Der Informationsdienst
des Instituts der deutschen Wirtschaft

Der Informationsdienst
des Instituts der deutschen Wirtschaft

Integration Lesezeit 2 Min.

So verbreitet sind binationale Partnerschaften

Rund jeder zehnte Zuwanderer lebt mit einem Partner zusammen, der in Deutschland geboren wurde und keine Einwanderungsgeschichte hat. Wie wahrscheinlich diese Paarkonstellation ist, hängt auch vom Herkunftsland, dem Einwanderungsmotiv und vom Bildungsstand ab.

Kernaussagen in Kürze:
  • Rund 11 Prozent der Zuwanderer leben mit einem Partner zusammen, der in Deutschland geboren wurde und keine Einwanderungsgeschichte hat.
  • Zuwanderer mit Studienabschluss sind häufiger mit Deutschen liiert als jene, die eine Berufsausbildung absolviert haben.
  • Dabei ziehen zugewanderte Frauen mit knapp 13 Prozent mehr als doppelt so häufig mit einem Partner ohne Einwanderungsgeschichte zusammen wie zugewanderte Männer.
Zur detaillierten Fassung

Wenn Mohammed mit Larissa zusammenzieht, ist es für die beiden die große Liebe. Für Migrationsforscher hingegen ist es eine für die Integration wichtige Verknüpfung der sozialen Netzwerke von Zuwanderern und im Inland geborenen Personen ohne Migrationshintergrund. In einem Land, in dem 26 Prozent der Bevölkerung entweder selbst zugewandert sind oder deren Eltern nach Deutschland eingewandert sind, ist das sehr wichtig.

Von den zwischen 2002 und 2016 zugewanderten Frauen im Alter zwischen 25 und 64 Jahren waren 2022 knapp 13 Prozent mit einem Partner ohne Einwanderungsgeschichte zusammen, bei den Männer waren es gut 6 Prozent.

Doch wie viele solcher Partnerschaften gibt es in Deutschland überhaupt? Dieser Frage ist das IW nachgegangen und hat mittels einer Auswertung von Daten des Mikrozensus herausgefunden:

Im Jahr 2022 lebten rund 11 Prozent der zugewanderten Personen zwischen 25 und 64 Jahren mit einer in Deutschland geborenen Person ohne Einwanderungsgeschichte zusammen.

So viel Prozent der zwischen 2002 und 2016 zugewanderten Personen zwischen 25 und 64 Jahren lebten 2022 in einer Partnerschaft mit einer in Deutschland geborenen Person ohne Einwanderungsgeschichte Download: Grafik (JPG) herunterladen Grafik (EPS) herunterladen Tabelle (XLSX) herunterladen

Betrachtet man nur solche Zuwanderer, die zwischen 2002 und 2016 in die Bundesrepublik kamen, traf dies auf rund 9 Prozent zu (Grafik).

Dabei ziehen zugewanderte Frauen mit knapp 13 Prozent mehr als doppelt so häufig mit einem Partner ohne Einwanderungsgeschichte zusammen wie zugewanderte Männer. Auch der Bildungsgrad spielt eine Rolle: Zuwanderer mit Studienabschluss sind wesentlich häufiger mit Deutschen liiert als jene, die eine Berufsausbildung absolviert haben, oder Niedrigqualifizierte. Die Herkunftsregionen sowie die Zuwanderungsmotive können binationale Partnerschaften ebenfalls begünstigen. So lebten im Jahr 2022 rund 28 Prozent derjenigen, die zwischen 2002 und 2016 wegen einer Ausbildung nach Deutschland gekommen sind, mit einem Partner ohne Einwanderungsgeschichte zusammen, aber nur knapp 3 Prozent der Geflüchteten.

So hängen Partnerwahl und Erwerbswahrscheinlichkeit zusammen

Darüber hinaus zeigt sich ein Zusammenhang zwischen der Partnerwahl und der Erwerbsbeteiligung. Zuwanderer, die mit einem in Deutschland geborenen Partner ohne Migrationshintergrund zusammenleben, sind häufiger erwerbstätig als Zuwanderer, die einen Partner aus demselben Herkunftsland haben. Für zwischen 2002 und 2016 zugewanderte Männer betragen die Beschäftigungsanteile im ersten Fall 91 Prozent und im zweiten Fall 80 Prozent, für zugewanderte Frauen 75 Prozent beziehungsweise 54 Prozent.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene