Chancengleichheit Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Sichtbare Fortschritte

Frauen in Führungspositionen, Entgeltgleichheit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf: All diese Themen werden derzeit prominent diskutiert. Unternehmen, die die Chancengleichheit in ihrem Betrieb aktiv verbessern wollen, können dabei auf diverse Tools zurückgreifen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Frauen in Führungspositionen, Entgeltgleichheit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf: All diese Themen werden derzeit prominentdiskutiert.
  • Laut Koalitionsvertrag soll ein Gesetz beispielsweise Firmen mit mehr als 500 Beschäftigten verpflichten, Auskunft über die Entgeltgleichheit zu geben.
  • Während die Politik an Gesetzesinitiativen rund um die Chancengleichheit feilt, ist das Thema in vielen Unternehmen bereits fest verankert.
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Auf der politischen Agenda rangieren Gleichstellungsthemen ganz oben: Ein Dauerbrenner ist die Debatte um mehr Frauen in Führungspositionen. Aber auch die Ankündigung der Bundesfamilienministerin, demnächst einen Entwurf für ein Entgeltgleichheitsgesetz vorzulegen, sorgt für Spannung. Laut Koalitionsvertrag soll das Gesetz beispielsweise Firmen mit mehr als 500 Beschäftigten verpflichten, Auskunft über die Entgeltgleichheit zu geben.

Hintergrund für diese Initiative sind die nach wie vor bestehenden Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern: Das Statistische Bundesamt hat berechnet, dass Frauen in Deutschland im Jahr 2010 unter Berücksichtigung von Ausbildung, Betriebszugehörigkeit, Berufserfahrung und anderen Kriterien im Durchschnitt 7 Prozent weniger verdient haben als Männer. Hierbei handelt es sich um die sogenannte bereinigte Lohnlücke.

Das IW Köln ist noch einen Schritt weiter gegangen und hat ermittelt, wie es bei Frauen mit Kindern aussieht, wenn deren Erwerbspausen nur kurz sind. Demnach betrug die bereinigte Lohnlücke 2011 knapp 2 Prozent.

Während die Politik an Gesetzesinitiativen rund um die Chancengleichheit feilt, ist das Thema in vielen Unternehmen bereits fest verankert (Interview). So ist etwa der Anteil der Frauen, die eine Führungsposition innehaben, über alle Betriebsgrößenklassen hinweg gestiegen (Grafik).

Unternehmen, die aktiv die Chancengleichheit in ihrem Betrieb verbessern möchten, können auf eine Reihe von Tools zurückgreifen. Darunter sind viele zum Teil kostenlose Angebote:

  • Logib-D, das Tool des Bundes­familienministeriums, das auch vom IW Köln koordiniert wird, untersucht die Lohngleichheit in Betrieben in Deutschland und kann über die Webseite logib-d.de gestartet werden. Nach der Eingabe personenbezogener Daten liefert Logib-D einen detaillierten Bericht zur Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern und analysiert auch die Ursachen für Gehaltsunterschiede.
  • Im Rahmen des EU-Kommissions-Projekts Chancengleichheit rechnet sich wird ein Schnelltest in englischer Sprache angeboten, bei dem Unternehmen auf Basis einer kurzen Befragung Möglichkeiten aufgezeigt bekommen, wo und wie sie Maßnahmen zur Chancengleichheit entwickeln können.
  • Der Dynamic Gender Index des Bundesverbands der Personalmanager ist ein Berechnungsinstrument, das Firmen bei der Umsetzung von Selbstverpflichtungen hinsichtlich des Frauenanteils in Führungspositionen unterstützt. Das Unternehmen gibt dafür über die Webseite bpm.de seine Daten zur Ist-Situation und die Zielgrößen ein. Anschließend erhält es einen Zeitplan, wie der Frauenanteil jährlich angepasst werden muss, damit am Ende des gewählten Betrachtungszeitraums die angestrebte Quote erreicht wird.
  • Unternehmen, die sich für mehr Chancengleichheit einsetzen, können ihre Personalpolitik auszeichnen lassen: mit dem Prädikat TOTAL E-QUALITY (total-e-quality.de), das von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem Bundesfamilien­ministerium unterstützt wird.

Geprüft werden insgesamt sieben Handlungsfelder, darunter die Personalentwicklung, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Stellenbesetzung. Die diesjährige Verleihung findet am 24. Oktober statt, Bewerbungsschluss für die nächste Prädikatsverleihung im Oktober 2015 ist der 31. Mai 2015.

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