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Selbstlos für den guten Zweck

Die Zahl der Stiftungen in der Bundesrepublik ist im vergangenen Jahr auf einen Rekord von fast 19.000 gestiegen. Unterstützt werden vor allem soziale, bildungsorientierte und kulturelle Projekte.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Zahl der Stiftungen in der Bundesrepublik ist im vergangenen Jahr auf einen Rekord von fast 19.000 gestiegen.
  • Im Jahr 2011 kamen in Deutschland insgesamt 817 Stiftungen hinzu – 167 davon allein in Nordrhein-Westfalen.
  • Mit 80 Stiftungen je 100.000 Einwohner ist Würzburg bundesweit Stiftungsstadt Nummer eins, gefolgt von Frankfurt am Main (73) und Hamburg (69).
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Allein von 2000 bis 2009 sind, nicht zuletzt angetrieben durch eine Verbesserung der steuerlichen Rahmenbedingungen ab dem Jahr 2007, hierzulande knapp 8.800 Stiftungen (Kasten) neu gegründet worden. Selbst die jüngste Finanz- und Schuldenkrise, die mit sehr niedrigen Zinsen dazu führt, dass Stiftungsvermögen nur noch geringe Erträge abwerfen, hat den Zuwachs nicht gestoppt (Grafik):

Im Jahr 2011 kamen in Deutschland insgesamt 817 Stiftungen hinzu – 167 davon allein in Nordrhein-Westfalen.

Ein Beispiel ist die Kulturstiftung Kölner Dom. Sie unterstützt seit dem Herbst 2011 den Unterhalt der Kathedrale, der jeden Tag 33.000 Euro verschlingt. Um einen Beitrag zu diesen hohen Kosten zu leisten, hat die Kulturstiftung ein Startkapital von 250.000 Euro gesammelt und setzt nun auf Spender, die einen sternförmigen Stein erwerben, der dann mit ihrem Namen ins Nordportal des Doms „einzieht“.

Auch beim Stiftungsbestand liegt Nordrhein-Westfalen mit 3.661 Stiftungen vorn. Gemessen an der Bevölkerung stehen von den Flächenstaaten aber Bayern und Hessen mit 28 Stiftungen je 100.000 Einwohner an der Spitze, während in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg weniger als zehn Stiftungen je 100.000 Köpfe registriert sind. Generell ist das Engagement in Städten besonders groß:

Mit 80 Stiftungen je 100.000 Einwohner ist Würzburg bundesweit Stiftungsstadt Nummer eins, gefolgt von Frankfurt am Main (73) und Hamburg (69).

Berlin dagegen belegt mit 22 Stiftungen je 100.000 Einwohner nur den vorletzten Platz unter den 50 größten deutschen Städten.

Bei knapp einem Drittel der Stiftungen steht das soziale Engagement im Mittelpunkt – die Initiativen finanzieren zum Beispiel Alten- und Pflegeheime. Weitere 15 Prozent investieren ihre Vermögenserträge in Bildungs- und Erziehungsprojekte. So verteilt etwa die Stiftung „Selbst.Los“ Kinder- und Jugendbücher, die der Buchhandel wegwerfen würde, über das Logistiknetz der „Tafeln“ an Bedürftige.

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