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Selbstbewusst in die Zukunft

Der industrielle Mittelstand in Deutschland hat nach eigenen Angaben gegenüber der ausländischen Konkurrenz meist die Nase vorn. Zu diesem Ergebnis kommt das BDI-Mittelstandspanel, eine Befragung von über 1.000 Industrieunternehmen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Der industrielle Mittelstand in Deutschland hat nach eigenen Angaben gegenüber der ausländischen Konkurrenz meist die Nase vorn.
  • Für 86 Prozent der deutschen Mittelständler hat die Haushaltskonsolidierung oberste Priorität.
  • Zwei Drittel der befragten Unternehmen sprechen sich für eine Senkung der Sozialabgaben aus.
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Deutschen Industrieunternehmen wird derzeit von verschiedenen Seiten vorgehalten, sie produzierten zu billig und hätten daher maßgeblich zu den wirtschaftlichen Ungleichgewichten im Euroraum beigetragen. Das sehen die deutschen Exporteure naturgemäß anders. Tatsächlich verbuchen die ausländischen Wettbewerber auf jeden Fall zumindest einen Pluspunkt: das Preis-Leistungs-Verhältnis – und das spielt bei einer Kaufentscheidung eine besonders wichtige Rolle (Grafik):

  • Fast 60 Prozent der deutschen Firmen, die internationale Konkurrenten haben, schätzen ihre ausländischen Mitbewerber beim Preis-Leistungs-Verhältnis besser ein als sich selbst.
  • Jedes vierte Unternehmen sieht sich zumindest gleich gut aufgestellt.
  • Nur 15 Prozent meinen, die internationale Konkurrenz könne ihre Preise nicht unterbieten.

Warum aber werden Produkte made in Germany trotzdem gekauft, auch wenn sie nicht gerade billig sind? Auch darauf haben die Mittelständler eine Antwort. Sie verweisen auf jene Stärken, die nichts mit dem Preis zu tun haben:

  • Den meisten deutschen Unternehmen gelingt es, sich auf den ausländischen Märkten gut zu positionieren, also ihr Sortiment auf den Kundengeschmack auszurichten – nur ein gutes Fünftel der deutschen Industriefirmen sieht hier eigene Schwächen.
  • In Sachen Innovationen meint nur gut jedes zehnte Unternehmen, dass ihm die ausländische Konkurrenz das Wasser reichen könne.
  • Praktisch allen hiesigen Unternehmen gelingt es, die Kunden durch die Qualität der Produkte und der angebotenen Zusatzleistungen von sich zu überzeugen – und so den höheren Preis zu rechtfertigen.

Das BDI-Mittelstandspanel hat die Unternehmen aber nicht nur nach ihren Stärken und Schwächen befragt, sondern auch nach ihren Wünschen an die Politik:

Für 86 Prozent der deutschen Mittelständler hat die Haushaltskonsolidierung oberste Priorität.

Des Weiteren fordern zwei Drittel der Firmen die Bundesregierung auf, eine Lösung für die Schuldenkrise zu finden, um den Euro zu retten. Fast alle Betriebe, die vom Exportgeschäft leben, befürchten für den Fall, dass die Eurozone auseinanderbricht, negative Folgen für ihr Unternehmen.

Dass angesichts der notwendigen Haushaltskonsolidierung nur wenig Raum für Steuersenkungen bleibt, räumen die Unternehmen ein. Gleichwohl liebäugelt jede zweite Firma damit, dass zumindest systematische Probleme wie die kalte Progression beseitigt werden.

Zwei Drittel der befragten Unternehmen sprechen sich – nicht zuletzt aufgrund der guten Kassenlage – für eine Senkung der Sozialabgaben aus.

Statt etwa den Beitragssatz zur sozialen Pflegeversicherung ab 2013 zu erhöhen oder über zusätzliche Belastungen der Rentenkassen nachzudenken, solle die Politik die sozialen Sicherungssysteme mittel- bis langfristig demografiefest machen. So dürfe zum Beispiel nicht an der Rente mit 67 gerüttelt werden.

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