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Schwierige Zeiten noch nicht vorbei

Nach wie vor halten sich die Banken im Euroraum mit der Kreditvergabe an private Haushalte und Unternehmen zurück – gleichzeitig floriert allerdings ihr Geschäft mit der Staatsverschuldung.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Kreditvergabe in den Euroländern stockt noch immer
  • Statt Kredite zu vergeben, investieren Banken in Staatsanleihen
Zur detaillierten Fassung

Die globale Finanzkrise 2008/2009 und die anschließende Schuldenkrise in den Euroländern hat die europäischen Banken dazu gezwungen, ihre „Bilanzen zu bereinigen“. Hinter diesem Euphemismus steckt die Tatsache, dass die Banken zum Teil hohe Rückstellungen für faule Kredite bilden und hohe Verlustabschreibungen vornehmen mussten.

Dieser Prozess ist mittlerweile vorangekommen, wie ein Blick auf die regulatorischen, also gesetzlich festgelegten Eigenkapitalquoten zeigt:

Die Banken im Euroraum konnten ihre Eigenkapitalquoten von durchschnittlich 8,4 Prozent ihrer risikogewichteten Aktiva – also gestaffelt nach dem Ausfallrisiko – im Jahr 2008 auf 13,1 Prozent im Jahr 2014 erhöhen.

Damit wird die Mindestanforderung des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht erfüllt: Demnach müssen die Banken seit 2014 ein Eigenkapital von 8 Prozent vorweisen. Bis 2019 müssen es dann 10,5 Prozent sein, bei systemischen, also Großbanken sogar bis zu 13 Prozent.

Trotzdem hat die Bilanzbereinigung die Kreditvergabe der Banken noch nicht in allen Segmenten in Gang gebracht (Grafik):

Während der Kauf von Staatsanleihen allein von 2013 auf 2014 um fast 8 Prozent gestiegen ist, haben die Banken ihre Kredite an Unternehmen und private Haushalte zurückgefahren – die Firmenkredite sogar um rund 4 Prozent.

Ein Grund für diese Diskrepanz ist, dass die Banken eine Ausweitung ihrer Kredite an Unternehmen und Privathaushalte mit zusätzlichem Eigenkapital unterlegen müssen – nicht aber den Kauf von Staatsanleihen. Zu dieser Bevorzugung kommen die seit Jahren niedrigen Zinsen: Je weniger Geld die Banken mit Hypotheken- und Unternehmenskrediten verdienen können, desto eher schränken sie diese ein.

Ein anderer Grund liegt bei den Banken selbst. Zwar haben sie insgesamt gute Fortschritte bei der Sanierung ihrer Bilanzen gemacht, doch insbesondere die Banken in Zypern, Griechenland, Portugal, Spanien und Irland, aber auch einige Häuser in Belgien, Österreich und Deutschland leiden unter mangelnder Profitabilität. Das wiederum bedeutet ein höheres Insolvenzrisiko, weshalb es diese Banken schwer haben, sich am Markt zu refinanzieren und Eigenkapital aufzubauen.

Das Eigenkapital spielt jedoch bei der Kreditvergabe die zentrale Rolle. Deshalb ist es wichtig, notleidende Banken schnell zu rekapitalisieren. Weil unprofitable Banken nicht einfach geschlossen werden können – jedenfalls nicht ohne große Verwerfungen –, braucht es effektive Restrukturierungsmaßnahmen insbesondere für jene Banken, die durch den Stresstest der EZB gefallen sind.

Und schließlich muss die regulatorische Bevorzugung von Staatsanleihen gegenüber der Kreditvergabe an Private dadurch gestoppt werden, dass auch die Anleihen mit einem nach Risiko gestaffelten Eigenkapitalanteil unterlegt werden müssen.

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