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Schlechte Straßen, fehlende Spuren

Der zum Teil mangelhafte Zustand des deutschen Straßennetzes macht vor allem den exportstarken Unternehmen in den südlichen Bundesländern zu schaffen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Der zum Teil mangelhafte Zustand des deutschen Straßennetzes macht vor allem den exportstarken Unternehmen in den südlichen Bundesländern zu schaffen.
  • Rund sieben von zehn Unternehmen in Baden-Württemberg sowie in den norddeutschen Bundesländern geben an, ihre Geschäfte würden durch die Mängel in der Straßeninfrastruktur gestört.
  • Den Umfrageergebnissen des IW Köln zufolge werden speziell die großen Exporteure von schlechten Straßen, fehlenden Fahrspuren und anderen Mängeln ausgebremst.
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Die Leverkusener Autobahnbrücke – marode; die Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal – sanierungsbedürftig; die Betuwe-Eisenbahnlinie zwischen dem Ruhrgebiet und den Niederlanden – immer noch nicht ausgebaut: Die Mängelliste der deutschen Infrastruktur ist lang. Die Unternehmen fühlen sich vor allem durch die Schwachstellen im Straßennetz beeinträchtigt, wie eine Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt (vgl. iwd 8/2014).

Allerdings gibt es, was das Ausmaß der Kritik angeht, deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen (Grafik):

Rund sieben von zehn Unternehmen in Baden-Württemberg sowie in den norddeutschen Bundesländern geben an, ihre Geschäfte würden durch die Mängel in der Straßen­infrastruktur gestört.

In Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland gilt dies dagegen für weniger als sechs von zehn Firmen.

Den Umfrageergebnissen des IW Köln zufolge werden speziell die großen Exporteure von schlechten Straßen, fehlenden Fahrspuren und anderen Mängeln ausgebremst. Denn diese Firmen sind auf gute Verbindungen zu den Seehäfen angewiesen. Dies erklärt zum Teil auch, warum gerade die Unternehmen in Baden-Württemberg über den Zustand der Straßeninfrastruktur klagen: Sie nutzen auf dem Weg zu den Häfen besonders oft Transportrouten durch Nordrhein-Westfalen – dem Bundesland mit den meisten Staus.

Der Schienenverkehr bereitet den Unternehmen im gesamtdeutschen Durchschnitt zwar deutlich weniger Probleme. Doch immerhin ein Viertel der Betriebe in Bayern und Baden-Württemberg sieht sich durch Engpässe im Eisenbahnnetz beeinträchtigt. Auch dabei dürfte es eine Rolle spielen, dass in diesen Bundesländern besonders viele exportorien­tierte Firmen zu Hause sind. Denn gerade sie bekommen die Engpässe auf der extrem stark frequentierten Rheinstrecke zu spüren, wenn sie ihre Ausfuhrgüter zu den großen Seehäfen wie Rotterdam transportieren oder über einen solchen Umschlagplatz Rohstoffe importieren.

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