Branche 04.04.2017 Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Satelliten – unsere ständigen Begleiter

Einst umkreiste nur der Mond die Erde, heute tun es zusätzlich weit über 1.500 Satelliten – und es werden immer mehr. Vor allem für den weltweiten Daten- und Informationsaustausch sind sie unerlässlich – und haben sich deshalb zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt.

Kernaussagen in Kürze:
  • Mittlerweile kreisen mehr als 1.500 Satelliten um die Erde – ein gutes Drittel davon gehört den USA.
  • Satelliten dienen der Standortbestimmung und Navigation, helfen bei Wetterprognosen und übertragen Fernsehsignale.
  • Der Umsatz der satelliertenbasierten Wirtschaft hat sich binnen zehn Jahren auf mehr als 188 Milliarden Dollar verdoppelt – Indien, China und Japan machen den USA zunehmend Konkurrenz.
Zur detaillierten Fassung

Im Jahr 2011 zählte der Verband der Satellitenindustrie SIA 986 aktive Satelliten, zu Beginn dieses Jahres waren es bereits 1.420 – und im Februar schoss allein Indien 104 weitere mit einer einzigen Rakete ins All.

Die wachsende Zahl der Satelliten spiegelt deren zunehmende Bedeutung wider: Sie ermöglichen eine genaue Standortbestimmung sowie Navigation, besonders präzise Wetterprognosen und den Empfang von Satelliten-TV. Unverzichtbar ist der Einsatz von Satelliten heute vor allem für die Kommunikation. Denn durch Satelliten lassen sich die entlegensten Regionen und große Gebiete relativ kostengünstig an das globale Kommunikationsnetzwerk anbinden.

Der weltweite Umsatz der satellitenbasierten Industrie lag 2015 bei fast 188 Milliarden Euro und hat sich damit binnen zehn Jahren mehr als verdoppelt.

Die Satelliten im Orbit sind keine Allround-Talente, sondern auf unterschiedliche Aufgaben spezialisiert: Anfang 2016 dienten 37 Prozent der kommerziellen Kommunikation; für Erdbeobachtung sowie Meteorologie und Forschung kreisten 32 Prozent im All. Weitere 14 Prozent wurden sowohl zur zivilen als auch zur militärischen Kommunikation genutzt.

Das Geschäft mit den Raumflugkörpern hat sich inzwischen zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt (Grafik):

Während die Satellitenindustrie im Jahr 2006 weltweit knapp 84 Milliarden Euro umsetzte, waren es 2015 bereits fast 188 Milliarden Euro.

Der Bau von Satelliten sowie ihr Transport in den Orbit sind dabei eher von nachrangiger Bedeutung: In der Herstellung betrug der Umsatz 2015 gerade einmal 15 Milliarden Euro und mit dem Transport wurden sogar nur 4,9 Milliarden Euro umgesetzt.

Viel wichtiger ist das Geschäft mit satellitengestützten Dienstleistungen und dem dafür nötigen Zubehör. Der wichtigste Einzelposten ist das Satellitenfernsehen mit 88 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2015.

Wo das Satellitengeschäft seine Hochburgen hat

Geht es um die Frage, wem die Satelliten gehören, haben die USA die Nase vorn:

Rund 560 Satelliten operieren unter amerikanischer Flagge. Deutschland kam Anfang des Jahres auf lediglich 24 eigene Satelliten.

Indien hat ebenfalls kaum mehr. Denn der Großteil der Satelliten, die von dort ins All geschossen werden, stammen aus anderen Ländern – vor allem aus den USA.

Die Vereinigten Staaten konnten im Jahr 2015 denn auch 42 Prozent des Umsatzes mit Satellitendienstleistungen auf sich vereinen. Vom Umsatz mit dem Transport ins All entfielen 34 Prozent auf die USA. Das waren allerdings 7 Prozentpunkte weniger als 2014.

Der Wettbewerbsdruck dürfte künftig weiter zulegen: Indien, China und Japan ringen um Kunden und sind oftmals günstiger als die USA. So kostete eine indische Marsmission 57 Millionen Euro und damit nicht einmal ein Zehntel einer ähnlichen US-Mission, die nahezu zeitgleich den Roten Planeten erreichte.

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