Der Informationsdienst
des Instituts der deutschen Wirtschaft

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Arbeitsmarkt Lesezeit 2 Min.

Rund drei Fünftel der Menschen mit Behinderung arbeiten

In Deutschland arbeiten zunehmend mehr Menschen mit Behinderung. Zuletzt gingen mehr als drei Fünftel der Personen, die eine Behinderung haben und im erwerbsfähigen Alter sind, einer Erwerbstätigkeit nach.

Kernaussagen in Kürze:
  • In Deutschland leben rund zehn Millionen Menschen mit einer Behinderung.
  • Zwischen 2009 und 2024 ist der Anteil der Erwerbstätigen unter allen 18- bis 65-jährigen Menschen mit Behinderung in Deutschland von knapp 48 auf annähernd 61 Prozent gestiegen.
  • Besonders stark hat im betrachteten Zeitraum die Erwerbstätigkeit der 45- bis 64-jährigen Menschen mit Behinderung zugenommen.
Zur detaillierten Fassung

In Deutschland leben rund zehn Millionen Menschen mit einer Behinderung, davon gelten mehr als 7,8 Millionen als schwerbehindert. Eine Schwerbehinderung liegt dann vor, wenn die betroffenen Personen einen anerkannten Behinderungsgrad von mindestens 50 – die Skala reicht von 20 bis 100 – haben.

Als Behinderung gelten nicht nur körperliche Einschränkungen, sondern auch seelische, geistige sowie Sinnesbeeinträchtigungen. Schwere Behinderungen entstehen dabei meist erst im fortgeschrittenen Alter, rund 90 Prozent von ihnen werden durch eine Krankheit verursacht.

Die schrittweise Erhöhung des Renteneintrittsalters und verbesserte Rahmenbedingungen für die Teilhabe am Arbeitsmarkt könnten ursächlich dafür sein, dass in Deutschland mehr Menschen mit Behinderung arbeiten als noch vor 15 Jahren.

Trotz der Einschränkungen, die Menschen mit Behinderung im Zuge der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft erfahren, geht die Mehrheit von ihnen einer Arbeit nach (Grafik):

Zwischen 2009 und 2024 ist der Anteil der Erwerbstätigen unter allen 18- bis 65-jährigen Menschen mit Behinderung in Deutschland von knapp 48 auf annähernd 61 Prozent gestiegen.

So viel Prozent der Menschen mit Behinderung im Alter zwischen 18 und 65 Jahren waren erwerbstätig Download: Grafik (JPG) herunterladen Grafik (EPS) herunterladen Tabelle (XLSX) herunterladen

Zwar sind die Zahlen aufgrund einer Methodikänderung im Mikrozensus im Jahr 2020 nur eingeschränkt miteinander vergleichbar, der Trend ist dennoch eindeutig: Immer mehr Menschen mit Behinderung hierzulande arbeiten.

Besonders stark hat im betrachteten Zeitraum die Erwerbstätigkeit der 45- bis 64-jährigen Menschen mit Behinderung zugenommen. Das ist genau jene Altersgruppe, in der es bei einem Großteil der Betroffenen erfahrungsgemäß – in der Regel durch eine Krankheit – zu der Behinderung kommt.

Fachkräfteengpässe könnten dazu beitragen, dass Betriebe Menschen mit Behinderung länger halten

Zu dieser Entwicklung könnten mehrere Faktoren beigetragen haben. So bindet die schrittweise Erhöhung des Renteneintrittsalters die Beschäftigten länger an den Arbeitsmarkt – die Gruppe der arbeitenden Menschen mit Behinderung wurde also auch deshalb größer, weil in den vergangenen Jahren weniger in Rente gingen. Zudem dürften sich Unternehmen aufgrund der Fachkräfteengpässe in vielen Berufsfeldern verstärkt dafür einsetzen, gut qualifizierte ältere Beschäftigte mit Behinderung länger im Betrieb zu halten.

Und nicht zuletzt könnten verbesserte Rahmenbedingungen für die Teilhabe am Arbeitsmarkt – wie etwa die Einführung der Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber im Jahr 2022 – den Trend zu höheren Erwerbstätigenquoten zusätzlich begünstigt haben.

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