Konvergenz Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Rückschlag durch Krise

Im Laufe der Jahrzehnte haben die ärmeren EU-Länder gegenüber den wirtschaftlich starken Mitgliedern Boden gutgemacht, sodass das Gefälle innerhalb Europas kleiner geworden ist. In jüngster Zeit allerdings sind die von der Wirtschafts- und Finanzkrise besonders hart betroffenen Staaten wieder zurückgefallen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Durch die Wirtschafts- und Finanzkrise sind die ärmeren EU-Länder in jüngster Zeit besonders hart betroffen.
  • Im Jahr 2012 erreichte das reale Bruttoinlandsprodukt je Einwohner in Griechenland lediglich 60 Prozent des EU-15-Durchschnitts, in Luxemburg dagegen 177 Prozent.
  • Ärmere Länder müssen ihre Reformen – wie die Liberalisierung der Arbeits- und Gütermärkte – vorantreiben, damit Europa in Sachen Wohlstand wieder stärker zusammenwachsen kann.
Zur detaillierten Fassung

Als die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft im Jahr 1957 gegründet wurde, war es ein erklärtes Ziel, den Lebensstandard in den einzelnen Ländern auf einem hohen Niveau anzugleichen. Blickt man auf jene 15 Länder, die der heutigen Europäischen Union am längsten angehören, zeigt sich: Die Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung ist zwar überall kräftig gestiegen und die Unterschiede zwischen den Staaten sind deutlich geschrumpft. Von einer vollständigen Angleichung – fachsprachlich: Konvergenz – kann aber nicht die Rede sein (Grafik):

Im Jahr 2012 erreichte das reale Bruttoinlandsprodukt je Einwohner in Griechenland lediglich 60 Prozent des EU-15-Durchschnitts, in Luxemburg dagegen 177 Prozent.

Einige Jahre zuvor sah das Bild noch besser aus – doch die Wirtschafts- und Finanzkrise hat gerade die ärmeren EU-Länder wie Griechenland, Portugal und Spanien hart getroffen und ihren Abstand zum durchschnittlichen Wohlstandsniveau in Europa wieder vergrößert. Dies gilt auch für Italien, dessen Wirtschaft allerdings – gemessen am EU-Schnitt – schon seit Beginn der 1990er Jahre nicht mehr richtig vorankommt.

Vor allem diese Länder müssen daher ihre Reformen – wie die Liberalisierung der Arbeits- und Gütermärkte – vorantreiben, damit Europa in Sachen Wohlstand wieder stärker zusammenwachsen kann.

Henry GoeckeEuropa driftet auseinander – Ist dies das Ende der realwirtschaftlichen Konvergenz?IW-Trends 4/2013

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