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Riskanter Rausch

Junge Menschen in der Ausbildung greifen häufiger zu Zigaretten und zum Alkohol, als es im Durchschnitt dieser Altersgruppe üblich ist. Gefährdet sind vor allem junge Männer und Hauptschüler.

Kernaussagen in Kürze:
  • Auszubildende sind überdurchschnittlich anfällig für Drogen
  • Besonders gefährdet sind junge Männer
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Das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung hat den Umgang von Auszubildenden mit legalen Drogen sowie mit Cannabis untersucht – einige Ergebnisse stimmen nachdenklich (Grafik):

Gut 40 Prozent der Auszubildenden greifen täglich zur Zigarette – fast doppelt so viele wie im Durchschnitt aller 18- bis 25-Jährigen.

Beim riskanten Alkoholkonsum liegen die Auszubildenden zwar nur leicht über dem Durchschnitt. Aber immerhin fast jeder Zweite trinkt mindestens zweimal pro Woche mehr als zwei alkoholhaltige Getränke oder zeigt auffälliges Verhalten im Umgang mit Alkohol. Das Kiffen ist dagegen eher ein kleines Problem. Lediglich 7 Prozent der Auszubildenden bauen sich hin und wieder eine Tüte – und nur die Hälfte davon sind als kritische Konsumenten einzuordnen.

Die Studie zeigt auch: Junge Männer sind generell anfälliger für Alkohol als junge Frauen, die wiederum öfter zu Medikamenten greifen. In den gewerblich-technischen Berufen – eine Männer-Domäne – trinken zum Beispiel fast 60 Prozent der Auszubildenden zu viel.

Ob und wie stark junge Leute über die Stränge schlagen, hängt auch von ihrer Schulbildung ab. So greifen 54 Prozent der Hauptschulabsolventen täglich zur Zigarette, aber lediglich 27 Prozent der Abi­turienten.

Unangemessener Drogenkonsum ist für die Betriebe mit vielen Problemen verbunden. Neben krankheitsbedingten Fehlzeiten zählen dazu Schlampereien der Azubis, Terminversäumnisse und aggressives Verhalten. Das wiederum hat für die jungen Leute Konsequenzen – von schlechteren Noten in der Berufsschule über Abmahnungen bis hin zum Abbruch der Ausbildung.

Um das Drogenproblem in den Griff zu bekommen, braucht es ein gutes Verhältnis zwischen Ausbildern und Jugendlichen. Vertrauen und Gesprächsangebote sind genauso wichtig wie klare Regeln und Werte. Da der betriebliche Einfluss auf die jungen Leute jedoch begrenzt ist, gehört der verantwortungsvolle Umgang mit legalen Drogen auch in den Berufsschulunterricht.

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