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Renteneintrittsalter muss weiter steigen

Wenn die Lebenserwartung weiter steigt, muss auch das Ruhestandsalter schrittweise angehoben werden. Denn ansonsten wird die Altersrente unfinanzierbar.

Kernaussagen in Kürze:
  • Wenn die Lebenserwartung weiter steigt, muss auch das Ruhestandsalter schrittweise angehoben werden, ansonsten wird die Altersrente unfinanzierbar.
  • Heute erhalten 20,5 Millionen Rentner Monat für Monat ihre Überweisung von der Rentenkasse – ein Drittel mehr als 1993.
  • Da der demografische Wandel nicht im Jahr 2030 aufhört, muss schon heute darüber nachgedacht werden, wie mit der steigenden Lebenserwartung umgegangen werden soll.
Zur detaillierten Fassung

Die Enquetekommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ des Deutschen Bundestags hat sich zuletzt mehrheitlich dafür ausgesprochen, das Rentenzugangsalter auf 69 Jahre anzuheben, sollte die Lebenserwartung auch künftig so rasch zunehmen wie bisher. 
Zur Erinnerung:

  1. Konnte ein 65-jähriger Mann nach der Wiedervereinigung noch mit durchschnittlich weiteren 14 Lebensjahren rechnen, waren es zuletzt rund 17 ½ Jahre.
  2. Gleichaltrige Frauen blicken heute auf eine weitere Lebenserwartung von knapp 21 Jahren – 32 Monate mehr als noch vor zwei Jahrzehnten.

Entwicklung der Rentnerzahl.

Trotzdem gehen die Arbeitnehmer heute nicht wesentlich später in Rente als in den frühen 1990er Jahren (Grafik). Männer schmeißen heute mit 63,8 Jahren den Griffel hin, 1993 war nach 63,1 Jahren Schluss. Die derzeit gültige Regel­altersgrenze von 65 Jahren und zwei Monaten wird damit weiterhin deutlich verfehlt. Ähnlich sieht es bei den Frauen aus.

Was für viele Senioren begrüßenswert erscheint – ein möglichst langes Rentnerdasein –, belastet die umlage­finanzierte Rentenversicherung und damit die Beitragszahler:

Heute erhalten 20,5 Millionen Rentner Monat für Monat ihre Überweisung von der Rentenkasse – ein Drittel mehr als 1993.

Ohne die bisherigen Rentenreformen – der Beitragssatzanstieg wurde bis 2030 auf 22 Prozent gedeckelt, das gesetzliche Versorgungsniveau abgesenkt – wären die Beitragszahler längst überfordert.

Die Anhebung des Renteneintrittsalters von 65 auf 67 Jahre kann insofern auch nur als Zwischenstufe gesehen werden. Die Regelaltersgrenze wird zwar seit 2012 schrittweise angehoben. Bis zum Jahr 2024 steigt sie pro Jahr um einen Monat und danach in Zweimonatsschritten, um im Jahr 2029 die neue Regelaltersgrenze zu erreichen. Für die Jahrgänge 1964 und jünger wird sie dann bei 67 Jahren liegen.

Weil der demografische Wandel aber nicht im Jahr 2030 aufhört, muss schon heute darüber nachgedacht werden, wie mit der steigenden Lebenserwartung in den darauffolgenden Jahrzehnten umgegangen werden soll. Die Rente mit 69 rückt damit ins Blickfeld.

Die weitere Anpassung könnte man ähnlich gestalten wie jetzt den Übergang von der Rente mit 65 auf die mit 67 Jahren. Denn bis 2030 steigt die Regelaltersgrenze durchschnittlich um sechs Wochen pro Jahr, während die Bevölkerungsexperten bei der Lebenserwartung mit einem Plus von mindestens sieben bis acht Wochen pro Jahr rechnen.

Damit müssten eigentlich alle Beteiligten – Beitragszahler wie Rentner – einverstanden sein. Wer in vier Jahrzehnten immerhin gut sechs Jahre länger lebt als heute, müsste dann drei Viertel der zusätzlichen Zeit arbeiten, also bis zu einem Alter von 69 ½ Jahren.

Ein weiterer positiver Nebeneffekt dieser Regelung: Wer länger in die Rentenkasse einzahlt, bekommt auch eine höhere monatliche Rente – diese würde ebenso wie die stärkere private Vorsorge helfen, das derzeit viel beschworene Schreckgespenst Altersarmut abzuwehren.

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