Betriebliche Kinderbetreuung Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Rentable Bettchen

Immer mehr Unternehmen in Deutschland gründen eigene Kindertagesstätten und Kindergärten. Dass sich eine Betriebs-Kita finanziell sogar rechnen kann, zeigt eine Studie am Beispiel des Chemie­unternehmens BASF.

Kernaussagen in Kürze:
  • Immer mehr Unternehmen in Deutschland gründen eigene Kindertagesstätten und Kindergärten.
  • Laut einer Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertags unterstützt jedes dritte Unternehmen seine Mitarbeiter bei der Kinderbetreuung.
  • Insgesamt entstehen jährliche Erträge von mehr als 1,6 Millionen Euro, wenn alle Plätze der BASF-Kindertagesstätte genutzt werden.
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Manche Betriebe übernehmen einen Teil der Kindergartenkosten, einige organisieren Belegplätze in Kitas und wieder andere kaufen Kinderbettchen und stellen Erzieherinnen ein: Das Spektrum, wie Unternehmen ihren Mitarbeitern bei der Kinderbetreuung unter die Arme greifen, ist groß. Und es ist ein Thema, das viele Firmen beschäftigt:

Laut einer Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertags unterstützt jedes dritte Unternehmen seine Mitarbeiter bei der Kinder­betreuung.

Dabei investieren mehr und mehr Unternehmen in die eigene betriebliche Kinderbetreuung. Seit 2007 hat sich die Zahl der Tageseinrichtungen in Deutschland, in denen vorwiegend Kinder von Betriebsangehörigen untergebracht sind, auf rund 600 nahezu verdoppelt (Grafik).

Dass ein Betriebskindergarten nicht nur das Unternehmensimage aufpoliert und die Zufriedenheit der Mitarbeiter erhöht, zeigt nun eine Studie des Centrums für soziale Investitionen und Innovationen der Universität Heidelberg. Sie hat die finanziellen Erträge einer solchen Einrichtung bei BASF in Ludwigshafen ermittelt. Demzufolge ist die BASF-Betriebs-Kita, die Platz für 60 Mitarbeiterkinder bietet, eine lohnende Investition (Grafik):

Insgesamt entstehen jährliche Erträge von mehr als 1,6 Millionen Euro, wenn alle Plätze der BASF-Kindertagesstätte genutzt werden.

Am meisten profitiert der Staat, der in diesem Fall nur 6 Prozent der Gesamtkosten trägt: Pro eingesetzten Euro fließen an die öffentliche Hand fast 6 Euro zurück, weil durch die schnellere Rückkehr der Eltern an ihren Arbeitsplatz niedrigere Ausgaben für das Elterngeld fällig werden sowie zusätzliche Steuern und Sozialabgaben anfallen.

Doch auch für das Unternehmen selbst lohnt sich die Investition: So haben sich die Babypausen der Mitarbeiter, die die Betriebs-Kita nutzen, im Vergleich zu den Mitarbeitern, die ihren Nachwuchs anderweitig betreuen ließen, um durchschnittlich drei Monate verkürzt – allein das beschert BASF einen Vorteil von rund 760.000 Euro pro Jahr.

Hinzu kommen weitere Erträge für das Chemieunternehmen durch weniger kurzfristige Abwesenheiten sowie geringere Wiedereingliederungskosten der Eltern. Obwohl das Unternehmen rund 77 Prozent der Gesamtkosten der Betriebs-Kita schultert, rentiert sich das Engagement für BASF unter dem Strich.

Und auch die Mitarbeiter erzielen einen finanziellen Vorteil, wenn sie ihre Kinder der betrieblichen Betreuung anvertrauen. Elternteile, die ihr Kind in der BASF-Kita betreuen lassen, verdienen durch die frühere Rückkehr an den Arbeitsplatz für die Dauer der Betreuungszeit im Schnitt gut 8.500 Euro mehr als Kollegen, die andere Möglichkeiten nutzen, um ihren gleichaltrigen Nachwuchs während der Arbeitszeit zu versorgen.

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