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Recht stabil

Nachdem die deutsche Wirtschaft im Jahr 2010 schnell und stark aus der vorangegangenen Krise gekommen war, gingen die Renditen 2011 wieder leicht zurück. Der Grund waren höhere Kosten.

Kernaussagen in Kürze:
  • Nachdem die deutsche Wirtschaft im Jahr 2010 schnell und stark aus der vorangegangenen Krise gekommen war, gingen die Renditen 2011 wieder leicht zurück.
  • Im Schnitt erzielten die deutschen Unternehmen 2011 eine Rendite nach Steuern von 3,4 Prozent des Umsatzes.
  • Die chemische Industrie hatte im Jahr 2011 mit 7 Prozent die höchste Nettoumsatzrendite aller Wirtschaftszweige.
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Zwar legten die Umsätze 2011 weiter zu, doch zugleich mussten die Firmen deutlich mehr für Energie und Vorleistungen zahlen. Zudem stiegen die Arbeitskosten um mehr als 3 Prozent. Nicht immer konnten die Unternehmen dies durch einen Produktivitätsschub oder Preiserhöhungen wettmachen.

Im Schnitt erzielten die deutschen Unternehmen 2011 eine Rendite nach Steuern von 3,4 Prozent des Umsatzes – und verfehlten damit den Vorjahreswert von 3,6 Prozent nur knapp.

Diese Werte basieren auf einer Auswertung von Unternehmens­bilanzen. Die so ermittelten Renditen wurden von der Bundesbank auf die Gesamtwirtschaft hochgerechnet. Zwar liegen für 2012 noch keine Angaben vor; die zuletzt schwächere Konjunktur lässt jedoch vermuten, dass die Unternehmensgewinne erneut etwas geringer ausgefallen sind.

Wer wissen will, wie es um die Renditen in einzelnen Branchen steht, muss sich selbst für 2011 noch mit den Daten für eine eingeschränkte Zahl meist größerer Firmen zufriedengeben. Demnach war vor allem in der Industrie die Ertragslage überwiegend erfreulich (Grafik):

Die chemische Industrie hatte im Jahr 2011 mit 7 Prozent die höchste Netto­umsatzrendite aller Wirtschaftszweige.

Auch der Maschinenbau, die Elektronikfirmen sowie die Hersteller von Metallprodukten fuhren satte Gewinne ein.

Doch nicht alle Branchen schnitten so gut ab. Der Fahrzeugbau etwa erreichte im Mittel nur eine Rendite von 1,3 Prozent – vor allem aufgrund der schwierigen Lage vieler Zulieferfirmen, denen das Geschäft in den europäischen Krisenländern wegbrach. Damit stand dieser Industriezweig sogar schlechter da als die ebenfalls eher gewinnschwachen Dienstleistungsfirmen in den Bereichen Verkehr und Großhandel.

Generell positiv hat sich dagegen zuletzt die Eigenkapitalausstattung der Unternehmen entwickelt – was ihnen gerade in der Krise von 2009 zugutekam. Für 2011 hat die Bundesbank eine gesamtwirtschaftliche Eigenkapitalquote von 27 Prozent der Bilanzsumme errechnet. Viele Industriesparten haben sogar eine Quote von einem Drittel erreicht – und sind damit erfahrungsgemäß gegen eine neue Konjunkturkrise gut gewappnet.

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