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Künstliche Intelligenz Lesezeit 2 Min.

Prompten: Wichtige Fähigkeit, aber selten ein Job

Mit dem Aufstieg von generativer künstlicher Intelligenz (KI) wächst der Bedarf an neuen Kompetenzen und es entstehen neue Berufsbilder. Die Gewichtung kann sich aber zwischen Unternehmensseite und Jobsuchenden stark unterscheiden, wie das Beispiel des sogenannten Prompt Engineers zeigt.

Kernaussagen in Kürze:
  • Während das Prompten in der Anfangsphase noch als komplex galt, hat sich die Bedienung der Modelle inzwischen stark vereinfacht – damit sanken die Anforderungen an die Nutzer.
  • Entsprechend spielt der Beruf Prompt Engineer für Unternehmen kaum eine Rolle.
  • Wer KI richtig steuern kann, verschafft sich allerdings trotzdem Vorteile – auch ohne neuen Jobtitel.
Zur detaillierten Fassung

Mit dem Durchbruch der KI-Anwendung ChatGPT im November 2022 entstanden auch einige neue Berufsbilder – darunter der sogenannte Prompt Engineer. Seine Aufgabe ist es, mit bestimmten Eingaben (Prompts) bestmögliche Antworten von KI-Systemen zu erhalten.

Während das Prompten in der Anfangsphase noch als komplex galt, hat sich die Bedienung der Modelle inzwischen allerdings stark vereinfacht – damit sanken die Anforderungen an die Nutzer.

Trotzdem sorgte der Prompt Engineer auf dem Arbeitsmarkt zumindest kurze Zeit für Aufsehen. Denn die Idee klang verlockend: Wer generative KI präzise anleiten kann, sollte auch ohne Studium und Programmierkenntnisse schnell gutes Geld verdienen. Dementsprechend interessierten sich Jobsuchende für das neue Berufsbild (Grafik):

Im April 2023 lag der Anteil der Suchanfragen für den Prompt Engineer in der Internet-Jobbörse Indeed bei 96 je eine Million.

So hoch war die Zahl der Suchanfragen bzw. Online-Stellenanzeigen für den Beruf Prompt Engineer je eine Million Anfragen/Anzeigen im jeweiligen Monat Download: Grafik (JPG) herunterladen Grafik (EPS) herunterladen Tabelle (XLSX) herunterladen

Danach ging das Interesse zwar deutlich zurück, blieb aber mit im Schnitt rund 33 je eine Million Suchanfragen zwischen Mai 2023 und Dezember 2024 immer noch auf einem vergleichsweise hohen Niveau.

Für das Berufsbild des Prompt Engineers haben sich in den vergangenen beiden Jahren viele Jobsuchende interessiert, allerdings wurden im selben Zeitraum nur sehr wenige Stellen für diesen Beruf ausgeschrieben.

Für die Arbeitgeber spielte der Beruf Prompt Engineer jedoch kaum eine Rolle: Von Januar 2023 bis Dezember 2024 wurden in Deutschland insgesamt nur 130 Stellen für Prompt Engineers ausgeschrieben. Zum Vergleich: Für alle IT-Experten zusammen waren es im selben Zeitraum etwa 70.000 Stellen. Eine Unternehmensbefragung im Auftrag von Microsoft bestätigt diesen Trend: Prompt Engineers rangieren bei den geplanten Neueinstellungen auf dem vorletzten Platz.

Wer KI richtig steuern kann, verschafft sich allerdings trotzdem Vorteile – auch ohne neuen Jobtitel: Im Dezember 2024 wurden Prompt-Engineering-Fähigkeiten in fast doppelt so vielen Stellenanzeigen erwähnt, wie im gesamten Zeitraum von Anfang 2023 bis Ende 2024 explizit nach Prompt Engineers gesucht wurde. Darüber hinaus waren weitere knapp 23.000 Stellen, für die mindestens grundlegende Kompetenzen mit generativer KI erforderlich waren, im untersuchten Zeitraum ausgeschrieben – die meisten davon in der Datenanalyse, der Unternehmensberatung und der Medienbranche.

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