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Infrastruktur Lesezeit 2 Min.

Personalmangel in kommunalen Bauämtern

Mit dem Sondervermögen der Bundesregierung soll die Infrastruktur in Deutschland wieder fit gemacht werden. Doch in wichtigen Bereichen in den kommunalen Bauämtern fehlt Personal. Der Mangel an diesen kritischen Stellen ist zuletzt größer geworden.

Kernaussagen in Kürze:
  • Im Jahr 2024 waren fast 65 Prozent aller öffentlichen Bauvorhaben kommunaler Natur.
  • Viele Bauämter haben allerdings Probleme, offene Leitungsstellen zu besetzen. Das kann Bauvorhaben verzögern.
  • Um dem Personalmangel zu begegnen, müssen die Bauämter effizienter arbeiten. Dazu braucht es zwingend Hilfe von Bund und Ländern, die Bauvorschriften verschlanken müssen.
Zur detaillierten Fassung

Der Zustand der Infrastruktur in Deutschland ist schlecht. Das belastet Unternehmen und Bürger im ganzen Land. Mithilfe des 500 Milliarden Euro schweren Sondervermögens soll sich das in den kommenden Jahren ändern. Neben Geld ist aber vor allem eines zentral: genügend Personal für die Umsetzung. Das gilt insbesondere für die kommunalen Bauämter, denn dort werden die meisten Projekte umgesetzt (Grafik):

Im Jahr 2024 waren fast 65 Prozent aller öffentlichen Bauvorhaben kommunaler Natur.

Kommunaler Anteil an den öffentlichen Bauvergaben in Deutschland in Prozent Download: Grafik (JPG) herunterladen Grafik (EPS) herunterladen Tabelle (XLSX) herunterladen

Von der Planung über den Bau bis hin zur Instandhaltung – zuständig für kommunale Bauprojekte sind die jeweiligen Bauämter. Eine wichtige Rolle kommt dabei den Bauamtsleitern zu. Die Kommunen haben aber große Probleme, diese Stellen zu besetzen, wie eine IW-Auswertung zeigt:

Im Jahr 2025 waren bundesweit 124 Bauamtsleitungen ausgeschrieben. Vor der Coronapandemie waren es nur 55.

Ein Indiz für die zunehmenden Schwierigkeiten bei der Besetzung ist auch die Ausschreibungsdauer. Im Jahr 2019 waren entsprechende Stellen im Median 34 Tage lang ausgeschrieben, inzwischen sind es 38 Tage.

Um den Personalmangel zu kompensieren, müssen sich die kommunalen Bauämter bemühen, effizienter zu arbeiten. Dazu braucht es verschlankte Vorschriften.

Darüber hinaus macht den öffentlichen Stellen die Konkurrenz aus der Privatwirtschaft zu schaffen. Vor allem Kommunen im ländlichen Raum können bei der Bezahlung nicht mithalten. Der demografische Wandel wird zudem die Suche nach geeignetem Personal in den kommenden Jahren weiter verschärfen.

Um den Mangel zu kompensieren, müssen sich die kommunalen Bauämter daher bemühen, effizienter zu arbeiten. Dabei brauchen sie zwingend Hilfe von Bund und Ländern, denn diese sind für die umzusetzenden Vorschriften verantwortlich. Wie es gehen kann, zeigt ein Beispiel aus Nordrhein-Westfalen: Das Bundesland hat das Regelwerk für den Stahlbau im vergangenen Jahr von 1.300 Seiten auf 159 Seiten reduziert. Das entlastet die Bauämter.

Zudem können sich die Kommunen zu einer stärkeren Zusammenarbeit verpflichten. Das beginnt mit einem institutionalisierten Erfahrungsaustausch zwischen jenen Kommunen, die ähnliche Projekte abwickeln müssen, und endet mit der Bündelung von Aufgaben über die Grenzen der Gemeinden hinweg.

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