Exporte Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Online zum Erfolg

Obwohl deutsche Unternehmen Informations- und Kommunika­tionstechnologien weniger nutzen als die Konkurrenz im Ausland, profitiert die heimische Wirtschaft dennoch vom Internet. Wie sehr, zeigt eine neue Studie der IW Consult.

Kernaussagen in Kürze:
  • Obwohl deutsche Unternehmen Informations- und Kommunikationstechnologien weniger nutzen als die Konkurrenz im Ausland, profitiert die heimische Wirtschaft dennoch vom Internet.
  • Die deutsche Wirtschaft hat im Jahr 2012 über ihre Internetaktivitäten 87,5 Milliarden Euro an zusätzlichen Exporteinnahmen erwirtschaftet.
  • Die Exportsteigerungen durch das Internet könnten noch weitaus größer sein, denn im Vergleich zu anderen Ländern unterschätzen deutsche Unternehmen bislang das Potenzial der Informations- und Kommunikationstechnologien.
Zur detaillierten Fassung

„Made in Germany“ steht für Qualität. Doch genau das Gegenteil war die Absicht des Erfinders: Als die Briten das Siegel 1887 auf der Insel einführten, sollte es die preiswerteren deutschen Produkte als minderwertig kennzeichnen. Dass made in Germany heute deutsche Wertarbeit und höchste Qualität garantiert, ist ein Erfolg der deutschen Wirtschaft: Sie ist konstant unter den Top 3 der Weltmarktführer.

Einen wichtigen Beitrag dazu leis­tet heutzutage auch das Internet (Kasten). Die IW Consult hat Ende des Jahres 2013 insgesamt 1.900 deutsche Unternehmen danach befragt, wie viele zusätzliche Exportgeschäfte allein durch das Internet zustande kamen – etwa, weil neue Geschäftspartner sie über ihre Website gefunden haben. Das Ergebnis:

Die deutsche Wirtschaft hat demnach im Jahr 2012 über ihre Internet­aktivitäten 87,5 Milliarden Euro an zusätzlichen Exporteinnahmen erwirtschaftet.

Davon entfielen auf die Industrie 78,4 Milliarden Euro und auf die Dienstleister 9,1 Milliarden Euro.

Die Exportsteigerungen durch das Internet könnten allerdings noch weitaus größer sein, denn im Vergleich zu anderen Ländern unterschätzen deutsche Unternehmen bislang das Potenzial der Informations- und Kommunikationstechnologien. Die Firmen erschließen noch zu zögerlich neue Märkte dort, wo das Internet verstärkt genutzt wird (Grafik).

So fällt beispielsweise der Anteil deutscher Unternehmen, die eine eigene Website haben, mit 84 Prozent geringer aus als der von Firmen in einigen anderen europäischen Staaten. Am höchsten ist die Quote in Finnland mit 94 Prozent, gefolgt von Dänemark mit 92 Prozent.

Kleine Unternehmen haben das Potenzial des Internets für den Export insgesamt bereits deutlicher erkannt als Großbetriebe. Sie stehen auch mehr unter Druck: So gaben fast 60 Prozent der kleineren befragten Firmen an, dass sie das Internet nutzen müssen, um Geschäfte abzuwickeln.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene

Mehr auf iwkoeln.de