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Öko, fair & sozial

Mit Kinderarbeit, Menschenrechtsverletzungen oder Umweltverschmutzung möchte niemand in Verbindung gebracht werden. Deshalb schließen viele international agierende Unternehmen mit ihren Lieferanten Vereinbarungen ab, die soziale und ökologische Standards setzen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Rund 71 Prozent der 131 vom IW Köln befragten Umweltexperten sagen, dass in ihrer Firma oder ihrem Verbandsbereich soziale und ökologische Belange beim Einkauf in Schwellen- und Entwicklungsländern berücksichtigt werden.
  • Gut drei Viertel der Betriebe halten die Schulung und Qualifizierung ihrer Lieferanten für geeignet, um soziale und ökologische Aspekte in den Lieferketten einzubeziehen.
  • Vor allem bei mehrstufigen Lieferketten ist es für die Firmen jedoch schwierig, die Einhaltung der Sozial- und Umweltstandards in allen beteiligten Betrieben zu kontrollieren – zumal diese mitunter auf anderen Kontinenten zu Hause sind.
Zur detaillierten Fassung

Die meisten Betriebe in Deutschland haben das Thema Nachhaltigkeit längst auf dem Schirm:

Rund 71 Prozent der 131 vom IW Köln befragten Umweltexperten sagen, dass in ihrer Firma oder ihrem Verbandsbereich soziale und ökologische Belange beim Einkauf in Schwellen- und Entwicklungsländern berücksichtigt werden.

Da Unternehmen ihre Rohstoffe und (Vor-)Produkte oft weltweit einkaufen, ist es allerdings nicht leicht, das ethische Verhalten der Zulieferer lückenlos zu überprüfen. Zwar exis­tieren in vielen Branchen und Ländern gesetzliche Sozial- und Umweltstandards. Doch zum einen gelten die nicht automatisch in allen Staaten, zum anderen werden sie in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern systematisch unterlaufen.

Deshalb werden viele Unter­nehmen selbst aktiv, um für nachhaltige Lieferketten zu sorgen. In der Automobilindustrie etwa haben einige Konzerne mit ihren Zulieferern Beschäftigungsstandards und Umweltschutzrichtlinien vereinbart.

Befragt man die Firmen, welche Maßnahmen sie als besonders zielführend betrachten, ergibt sich eine eindeutige Reihenfolge (Grafik):

Gut drei Viertel der Betriebe halten die Schulung und Qualifizierung ihrer Lieferanten für geeignet, um soziale und ökologische Aspekte in den Lieferketten einzubeziehen.

Auch die Kontrolle vor Ort, die Zertifizierung der Lieferanten und die Verpflichtung durch Lieferverträge sind für die Mehrheit der Umweltexperten sinnvolle Maßnahmen.

Vor allem bei mehrstufigen Lieferketten ist es für die Firmen jedoch schwierig, die Einhaltung der Sozial- und Umweltstandards in allen beteiligten Betrieben zu kontrollieren – zumal diese mitunter auf anderen Kontinenten zu Hause sind.

Jedoch bieten Nachhaltigkeits­verträge und -verpflichtungen, die ein Unternehmen in Deutschland mit seinen weltweit verstreuten Lieferanten schließt, einen entscheidenden Vorteil: Dann nämlich, wenn die vereinbarten Standards die gesetzlichen Normen in den ent­sprechenden Ländern übertreffen.

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