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Nur langsam besser

Nach dem schwachen Wachstum von 0,4 Prozent im Jahr 2013 wird die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr einen Gang höherschalten. Darauf deutet auch die steigende Auslastung der Kapazitäten in der Industrie hin. Auf einen echten Konjunkturboom lassen die Zahlen allerdings nicht hoffen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Nach dem schwachen Wachstum von 0,4 Prozent im Jahr 2013 wird die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr einen Gang höherschalten.
  • Im ersten Quartal 2014 waren die Kapazitäten im Verarbeitenden Gewerbe zu 84,3 Prozent ausgelastet – gegenüber 82,1 Prozent im vierten Quartal 2012.
  • Die Kapazitätsauslastung der Hersteller von Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeugen hat sich von 84 Prozent Ende 2012 auf 85,6 Prozent erhöht.
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Wie gut die Fertigungskapazitäten der deutschen Industrie ausgelastet sind, ermitteln die Forscher vom Münchner ifo Institut jedes Quartal in einer Unternehmensbefragung. Die Ergebnisse zeigen, dass während der Rezession von 2009 viele Anlagen stillstanden oder nur zeitweise liefen, der Auslastungsgrad danach aber schnell wieder anstieg. Nach einem weiteren Zwischentief Ende 2012 ist nun erneut ein leichter Aufwärtstrend zu sehen (Grafik):

Im ersten Quartal 2014 waren die Kapazitäten im Verarbeitenden Gewerbe zu 84,3 Prozent ausgelastet – gegenüber 82,1 Prozent im vierten Quartal 2012.

Dieser Trend ist auch in den einzelnen Teilbereichen der Industrie zu beobachten. So hat sich die – generell leicht überdurchschnittliche – Kapazitätsauslastung der Hersteller von Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeugen von 84 Prozent Ende 2012 auf 85,6 Prozent erhöht. Bei den Produzenten von Vorleis­tungsgütern, zu denen vor allem die Chemiefirmen und die Autozulieferer zählen, stieg der Auslastungsgrad von 80,8 auf 83,2 Prozent.

Im Konsumgüterbereich – allerdings ohne Nahrungs- und Genussmittel – waren die Ausschläge in den vergangenen Jahren geringer, doch auch hier steht seit Ende 2012 ein Plus von knapp 2 Prozentpunkten zu Buche. Aktuell liegt der Auslas­tungsgrad bei 79,8 Prozent und damit im langjährigen Durchschnitt.

Trotzdem laufen die Produktionsanlagen in der Industrie noch längst nicht auf so hohen Touren wie zum Beispiel in den Jahren 2006 bis 2008. Besonders im Investitionsgüterbereich ist noch viel Luft nach oben. Hier können die deutschen Firmen allerdings erst dann mit einer deutlich zunehmenden Nachfrage rechnen, wenn auch in den anderen europäischen Ländern die Industrieproduktion wieder stärker steigt und die dortigen Unternehmen vermehrt neue Maschinen sowie andere Inves­titionsgüter brauchen – was sich im Moment noch nicht abzeichnet.

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