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Noteninflation

Wenn bei jedem zweiten Bewerber eine „Eins“ im Zeugnis steht, werden Personalchefs misstrauisch. Dann müssen die Unternehmen über umfangreiche Tests herausfinden, was die Bewerber wirklich können.

Kernaussagen in Kürze:
  • Wenn bei jedem zweiten Bewerber eine „Eins“ im Zeugnis steht, werden Personalchefs misstrauisch.
  • Über die Fächergrenzen hinweg bekommen vor allem Master-Absolventen sehr gute Bewertungen.
  • Die Noteninflation ist für Unternehmen ein Problem, denn sie können sich bei manchen Bewerbungen nur eingeschränkt auf die Aussagekraft von Zeugnissen verlassen.
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Der Wissenschaftsrat kritisiert in seinem Arbeitsbericht zu Prüfungsnoten an Hochschulen, dass es in einigen Fächern eine Inflation an guten Noten gibt. In Psychologie oder Kunst beispielsweise ist die „Eins“ fast schon die Regel (Grafik).

In den Rechtswissenschaften, der Medizin oder im Bauingenieurwesen dagegen sind solche Top-Bewertungen eher die Ausnahme. In diesen Studiengängen muss sich ein Student durch exzellente Leistungen die Bestnote erst verdienen und sich so deutlich von seinen Kommilitonen abheben.

Über die Fächergrenzen hinweg bekommen vor allem Master-Absolventen sehr gute Bewertungen. In der Psychologie gibt es für zwei Drittel der Abgänger die „Eins“, in Biologie und Chemie für fast 60 Prozent. Selbst in der ansonsten eher strengen Informatik verlassen mehr als 40 Prozent der Master-Studenten die Hochschule mit einer sehr guten Note. Ähnliches gilt für die alten Diplomstudiengänge.

Die Noteninflation ist für Unternehmen ein Problem, denn sie können sich bei manchen Bewerbungen nur eingeschränkt auf die Aussagekraft von Zeugnissen verlassen – und müssen über teure Einstiegstests die Spreu vom Weizen trennen.

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