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Noch viele Vorbehalte

Dank moderner Kommunikationstechnik ist die Arbeit längst nicht mehr an einen bestimmten Ort gebunden. Zwar arbeitet heute schon rund ein Drittel der Berufstätigen in Deutschland regelmäßig von zu Hause aus, dennoch wird das Potenzial der Telearbeit hierzulande noch lange nicht ausgeschöpft.

Kernaussagen in Kürze:
  • Dank moderner Kommunikationstechnik ist die Arbeit längst nicht mehr an einen bestimmten Ort gebunden.
  • Laut einer BITKOM-Befragung aus dem Jahr 2013 arbeitet etwa ein Drittel aller Berufstätigen in Deutschland regelmäßig mindestens einen Tag pro Woche von zu Hause aus, fast die Hälfte mindestens einmal im Monat.
  • Es zahlt sich finanziell aus, wenn sich zwei bis drei Telearbeiter einen Arbeitsplatz teilen, sodass die Unternehmen mindestens die Hälfte ihrer Büroflächen einsparen.
Zur detaillierten Fassung

Der Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit, den das Institut der deutschen Wirtschaft Köln alle drei Jahre für das Bundesfamilienministerium durchführt, zeigt, dass im Jahr 2012 gut jedes fünfte Unternehmen seinen Mitarbeitern Telearbeit anbot.

Laut einer BITKOM-Befragung aus dem Jahr 2013 arbeitet etwa ein Drittel aller Berufstätigen in Deutschland regelmäßig mindestens einen Tag pro Woche von zu Hause aus, fast die Hälfte mindes­tens einmal im Monat.

In der heutigen Wissensgesellschaft ist Arbeit eine Tätigkeit, die fast überall erledigt werden kann – entscheidend sind die Arbeitsergebnisse. Wo diese Leistung erbracht wird, ist unerheblich, solange Qualität und Termintreue stimmen.

Theoretisch sind alle Arbeiten, die am Computer durchgeführt werden, per Telearbeit zu bewerkstelligen. Das Potenzial ist hoch, denn zwei Drittel aller Erwerbstätigen in Deutschland arbeiten heutzutage mit dem Computer (Grafik). Das Spektrum reicht von den Banken und Versicherungen, wo 98 Prozent der Beschäftigten am PC sitzen, über das Verarbeitende Gewerbe mit einer Quote von 60 Prozent bis hin zum Gastgewerbe, in dem immerhin noch gut ein Drittel der Mitarbeiter am Computer arbeitet.

Nutzung von elektronischen Geräten (mit Internetzugang) am Arbeitsplatz. In der betrieblichen Praxis zeigt sich allerdings ein gespaltenes Bild. Einerseits geben zahlreiche Unternehmen die Losung „Anwesenheit ist keine Leistung“ aus und betrachten Telearbeit als ein selbstverständliches Instrument ihrer Arbeitsorganisation.

Es zahlt sich auch finanziell aus, wenn sich zwei bis drei Telearbeiter einen Arbeitsplatz teilen, sodass die Unternehmen mindestens die Hälfte ihrer Büroflächen einsparen. Außerdem realisieren die Firmen Produktivitätsgewinne durch eine höhere Mitarbeitermotivation. Denn für die Beschäftigten hat die Telearbeit viele Vorteile: Sie können sich die Arbeit nach ihrem persönlichen Rhythmus einteilen, werden nicht abgelenkt und sparen Zeit und Kosten, weil sie seltener pendeln. Kurzum: Sie sind motivierter.

Andererseits steckt die Telearbeit vielerorts noch in den Kinderschuhen. Ein Grund dafür ist die Sorge einiger Arbeitnehmervertreter, die Beschäftigten könnten sich zu Hause „selbst ausbeuten“ und weit mehr als die tariflich oder arbeitsvertraglich vereinbarte Zeit arbeiten. Zudem sehen die Gewerkschaften die Gefahr, dass sich Freizeit und Arbeitszeit nicht mehr trennen lassen. Gegner der Telearbeit befürchten außerdem, dass die Mitarbeiter keine Anregungen mehr in das Unternehmen einbringen, weil der informelle Austausch mit den Kollegen fehlt. Genau deshalb beendete im Februar 2013 ein US-Unternehmen die Telearbeit, von dem man es wohl am wenigsten erwartet hätte – das Internetportal Yahoo.

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