Stille Reserve Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Noch längst nicht ausgereizt

Rund eine Million Frührentner, Hausfrauen und Hausmännern stehen zwar nicht in der Kartei der Arbeitsagenturen, würden aber gerne arbeiten. Oft fehlt es allerdings an der nötigen Qualifikation und an Betreuungsmöglichkeiten für den Nachwuchs.

Kernaussagen in Kürze:
  • Rund eine Million Frührentner, Hausfrauen und Hausmännern stehen zwar nicht in der Kartei der Arbeitsagenturen, würden aber gerne arbeiten.
  • 2,8 Millionen der stillen Reservisten wollen lieber heute als morgen wieder berufstätig sein - aktiv nach Arbeit suchen allerdings nur 1,1 Millionen.
  • Wenn es gelingen würde, alle 2,8 Millionen Reservisten ins Arbeitsleben zu integrieren, würde das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen im Jahr um 5 Prozent zunehmen.
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Das Thema Fachkräftemangel ist allgegenwärtig. Eine Möglichkeit, die Lücke zu füllen, wurde bisher allerdings ausgeblendet: die sogenannte Stille Reserve. Das sind Personen, die weder erwerbstätig noch arbeitslos gemeldet sind, unter bestimmten Umständen aber bereit wären zu arbeiten.

Nichterwerbstätige Bundesbürger im Alter von 15 bis 64 Jahren.

Die Rechnung im Einzelnen (Grafik): Im Jahr 2011 waren über 12 Millionen Bundesbürger im Alter von 15 bis 64 Jahren nicht erwerbstätig. Oft handelt es sich dabei um Schüler oder Studenten, aber auch um Frührentner, Hausfrauen und Hausmänner.

Immerhin 2,8 Millionen der stillen Reservisten wollen lieber heute als morgen wieder berufstätig sein – aktiv nach Arbeit suchen allerdings nur 1,1 Millionen Bundesbürger.

Warum viele Jobinteressenten nicht in die Pötte kommen, lässt sich immerhin mutmaßen:

  • Drei Viertel der Menschen, die zur Stillen Reserve zählen, sind Frauen - insgesamt 2,04 Millionen. Fast die Hälfte der Nichterwerbstätigen hat minderjährige Kinder, die betreut werden müssen. Wer diese Gruppe ins Arbeitsleben integrieren möchte, kommt also am Thema institutionelle Kinderbetreuung nicht vorbei.
  • Vier von zehn arbeitswilligen Nichterwerbstätigen haben keine abgeschlossene Berufsausbildung – unter den Erwerbstätigen sind es dagegen nur 12 Prozent. Ohne Weiterbildung geht hier in Zeiten des Fachkräftemangels wenig.

Wenn es letztlich aber gelingen würde, alle 2,8 Millionen Reservisten ins Arbeitsleben zu integrieren, würde das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen im Jahr um 5 Prozent zunehmen – und das ist nicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Dabei ist schon berücksichtigt, dass 53 Prozent der Rückkehrwilligen allenfalls Teilzeit arbeiten wollen.

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