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Noch ein kleines Segment

Die Zeit des preiswerten Erdöls und damit der ungetrübten Fahrfreude ist vorbei. Da die Menschen aber mobil bleiben wollen, sind Alternativen zum herkömmlichen Verbrennungsmotor gefragt. Vieles dreht sich daher auf der gerade angelaufenen Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt um Erdgas- und Elektrofahrzeuge.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Zeit des preiswerten Erdöls und damit der ungetrübten Fahrfreude ist vorbei.
  • Von 2006 bis 2011 sank der durchschnittliche Spritverbrauch von Neuwagen in der EU um fast 15 Prozent.
  • Die Zahl der Autos, die Benzin tanken, hat in Deutschland seit 2006 um 5,7 Millionen abgenommen – die mit Dieselmotor nahm dagegen um fast 2,5 Millionen zu.
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Diesel, Benzin und Autogas – alle drei Kraftstoffarten werden aus Erdöl gewonnen und treiben den Großteil der 43 Millionen Autos auf deutschen Straßen an. Noch nicht einmal 100.000 Fahrzeuge fahren mit Energie aus einer anderen Quelle wie mit Strom oder Erdgas (Grafik). Dabei wird Erdöl immer teurer:

Ein Fass Erdöl kostet zurzeit gut 110 US-Dollar und damit fünf Mal so viel wie noch vor zehn Jahren.

Erdöl ist gefragt und die Förderkosten sind hoch, daher wird sich wohl auch in Zukunft nichts an den hohen und steigenden Preisen ändern. Doch die Menschen wollen mobil sein und dies zu einem bezahlbaren Preis. Die Automobilindustrie verbessert deshalb die Motoren und macht sie effizienter:

Von 2006 bis 2011 sank der durchschnittliche Spritverbrauch von Neuwagen in der EU um fast 15 Prozent.

Dabei spielte der effiziente Diesel eine große Rolle. Allein der Anteil an neu zugelassenen Dieselfahrzeugen stieg in Westeuropa von knapp 14 Prozent im Jahr 1990 auf zuletzt über 50 Prozent. Auch in Deutschland setzt sich der Diesel immer mehr durch.

Die Zahl der Autos, die Benzin tanken, hat in Deutschland seit 2006 um 5,7 Millionen abgenommen – die mit Dieselmotor nahm dagegen um fast 2,5 Millionen zu.

Mittlerweile werden fast ebenso viele Dieselfahrzeuge neu zugelassen wie Benziner. Das spart Energie, denn Dieselmotoren sind sparsamer als Benzinmotoren. Allerdings sind sie in der Herstellung teurer und benötigen eine aufwendige Abgasreinigung mit Partikelfiltern. Zudem sind Benzinmotoren in den vergangenen Jahren deutlich effizienter geworden. Gerade die beliebten Kleinwagen werden daher meist mit einem Benzin- und nicht mit einem Dieselmotor gekauft.

Eine Alternative ist der Antrieb mit Erdgas. Es ist in großen Mengen verfügbar und die Motoren müssen technisch nur leicht verändert werden, um Erdgas nutzen zu können. Die noch geringe Zahl an Erdgas­autos in Deutschland könnte also schnell erhöht werden.

Technisch schwieriger ist es dagegen, Autos mit Strom anzutreiben. Die Betriebskosten sind niedrig, doch die Herstellungskosten hoch und die Reichweite gering. Derzeit schaffen Elektroautos eine Strecke von maximal 200 Kilometern, bevor sie wieder an die Steckdose müssen.

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