Internet Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Nicht immer Weltklasse

Die deutsche Wirtschaft ist digital – oder wäre es zumindest gern. Denn tatsächlich ist Deutschland europaweit Letzter beim Ausbau des schnellen Glasfaserinternets. Und auch die generellen Internetkenntnisse der Deutschen lassen zu wünschen übrig. Im Vergleich von 31 europäischen Ländern landen sie auf Platz 27.

Kernaussagen in Kürze:
  • Laut einer Befragung der europäischen Statistikbehörde Eurostat verfügen lediglich 5 Prozent der Deutschen über gute Internetkenntnisse, nahezu die Hälfte nur über geringe.
  • Am besten schneiden Island, Dänemark und Schweden in Sachen Web-Know-how ab.
  • Drei Viertel der Deutschen verfügen über einen Internetanschluss, die Zahl der mobilen Internetnutzerwächst stetig und auch der ältere Teil der deutschen Bevölkerung entdeckt das World Wide Web für sich.
Zur detaillierten Fassung

Drei Viertel der Bundesbürger verfügen über einen Internetanschluss, die Zahl der mobilen Internetnutzer wächst stetig und auch der ältere Teil der deutschen Bevölkerung entdeckt das World Wide Web zunehmend für sich. Trotzdem liefert eine Befragung der europäischen Statistikbehörde Eurostat erschreckende Ergebnisse (Grafik):

Lediglich 5 Prozent der Deutschen verfügen über gute Internetkenntnisse, nahezu die Hälfte nur über geringe. Am besten schneiden Island, Dänemark und Schweden in Sachen Web-Know-how ab.

Seit 2005 vergleicht Eurostat die Internetkenntnisse der Europäer im Alter von 16 bis 74 Jahren. Im Mittelpunkt steht die Frage, wofür die Menschen das Internet nutzen – ob sie Informationen suchen, E-Mails mit Anhängen versenden, in Chat­rooms diskutieren, online telefonieren oder sogar eine eigene Website einrichten. Wer fünf oder sechs dieser Aktivitäten beherrscht, fällt in die Kategorie „gute Internetkenntnisse“, bei drei oder vier Aktivitäten werden „mittlere“ Kenntnisse bescheinigt.

Die Ergebnisse geben Rätsel auf. Zwar fordern jetzt manche Experten, die digitalen Kompetenzen der Deutschen bereits in der Schule zu stärken. Allerdings passen die obigen Zahlen so gar nicht zu den Ergebnissen anderer Erhebungen – auch nicht zu einer Eurostat-Umfrage aus dem Jahr 2014. Demnach sind die Deutschen im europäischen Vergleich keinesfalls Schlusslicht in der Internetnutzung. So waren 86 Prozent der Bundesbürger in den drei Monaten vor der Befragung online unterwegs gewesen – im EU-Durchschnitt dagegen nur 78 Prozent der Bürger.

Eine mögliche Erklärung für die Diskrepanz zur Befragung über die Internetkenntnisse könnten die von Eurostat berücksichtigten Kompetenzen liefern. Die sechs abgefragten Aktivitäten bilden bei weitem nicht alle Möglichkeiten des Internets ab.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene

Mehr auf iwkoeln.de