Weltklimakonferenz Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Neue Ideen braucht der Klimaschutz

Statt in Paris darüber zu diskutieren, welches Land wie viel CO2 ausstoßen darf, sollten sich die Konferenzteilnehmer aus rund 200 Ländern lieber auf einen globalen Emissionshandel verständigen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Konferenzteilnehmer sollten sich auf ein globalen Emissionshandel verständigen.
  • Unter den 10 größten Emittenten befinden sich heute sechs asiatische Länder, aber nur noch ein europäisches Land.
  • Dem Weltklima ist mit einem deutschen Alleingang nicht geholfen.
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Am 30. November beginnt in Paris die Weltklimakonferenz. Ziel ist ein Kyoto-Folgeabkommen, mit dem der Ausstoß an Kohlendioxid radikal verringert und so die Erderwärmung auf 2 Grad begrenzt werden soll. Dazu liegen in Paris 145 nationale Reduktionszusagen auf dem Tisch. Diese sind aber weder abgestimmt noch wirklich vergleichbar. So will zum Beispiel Russland die Kapazitäten seiner Wälder, CO2 zu absorbieren, gegenrechnen (vgl. iwd 40/2015).

Ohnehin weiß niemand, ob die Zusagen nach der Zusammenkunft in Paris wirklich eingehalten werden. Zweifel sind angebracht, zumal der Einsatz fossiler Brennstoffe trotz Kyoto bislang nur in Europa reduziert wurde. Und die Anstrengungen der Europäer fallen global gesehen kaum ins Gewicht (Grafik):

Seit 1990 sind die CO2-Emissionen, die durch die Nutzung von fossilen Brennstoffen entstehen, weltweit um rund 50 Prozent auf mehr als 32.000 Millionen Tonnen im Jahr 2013 gestiegen.

Allein China und Hongkong steigerten ihre offiziell ausgewiesenen Emissionen um fast 7.000 Millionen Tonnen – und es wird damit gerechnet, dass dieser Wert noch um bis zu 1.000 Millionen Tonnen nach oben korrigiert werden muss.

Hinzu kommt, dass sich unter den zehn größten Emittenten heute sechs asiatische Länder befinden, aber mit Deutschland nur noch ein europäisches Land.

Selbst wenn Deutschland und Europa sich noch ehrgeizigere Reduktionsziele setzen – dem Weltklima ist damit nur wenig geholfen. Dies gilt umso mehr, als der Anteil der EU-28 an den Emissionen im Jahr 2013 nur noch 10 Prozent betrug.

Insofern wäre es an der Zeit, den Klimaschutz ganz anders anzugehen. Bislang wurde stets darüber geredet, wer wie viel einspart. Dabei vertraten die meisten Staaten die Ansicht, dass Einsparungen vor allem die Aufgabe der anderen seien.

Das IW Köln schlägt deshalb vor, den auf europäischer Ebene bewährten Emissionshandel zumindest auf die fünf größten CO2-Sünder auszuweiten. Dabei müssen die Betreiber einer Anlage – egal ob Kraftwerk oder Stahlwerk – für jede emittierte Tonne CO2 ein Zertifikat kaufen (vgl. iwd 21/2015). Auf diese Weise würden weltweit Anreize geschaffen, Treibhausgase zu vermeiden. Der Preis für die Zertifikate sollte zudem überall gleich hoch sein. Dadurch würden Wettbewerbsverzerrungen verhindert.

Emissionen weltweit

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