Breitbandausbau Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Neue Förderkulisse

Mit den Erlösen aus der Versteigerung von Funkfrequenzen und zusätzlichen Mitteln aus dem Bundeshaushalt stehen weitere 2,5 Milliarden Euro für den Breitbandausbau zur Verfügung.

Kernaussagen in Kürze:
  • Deutschland liegt bei den verfügbaren Bandbreiten für Internetverbindungen international im hinteren Mittelfeld.
  • In ländlichen Gebieten hat nicht einmal ein Viertel aller deutschen Haushalte Anschlüsse mit Bandbreiten von mindestens 50 Mbit/s.
  • Erfahrungen zeigen, das hochleistungsfähige Breitbandanschlüsse durch Investitionskostenzuschüsse in der Regel schneller und kostengünstiger bereitgestellt werden können.
Zur detaillierten Fassung

Deutschland liegt bei den verfügbaren Bandbreiten für Internetverbindungen international im hinteren Mittelfeld (Grafik). Gerade in ländlichen Gebieten hat nicht einmal ein Viertel aller Haushalte Anschlüsse mit Bandbreiten von mindestens 50 Mbit/s – der Geschwindigkeit, die politisch gewollt ist.

Um auch die für kommerzielle Anbieter wenig lukrativen Randgebiete bis 2018 zu versorgen, bedarf es einer schnellen, zielgerichteten Förderung. Doch wie könnte die aussehen?

Bayern zum Beispiel setzt auf Investitionskostenzuschüsse für Telekommunikationsunternehmen. Im Bieterverfahren erhält jene Firma den Zuschlag, die den Vorgaben der Gemeinde bezüglich Kosten, Zukunfts- und Leistungsfähigkeit am nächsten kommt.

Baden-Württemberg fördert dagegen den kommunalen Ausbau des Kabelnetzes mit dem Ziel, es anschließend an einen Telekommunikationsanbieter zu vermieten.

Die Bundesregierung plant zwar, ihr Förderverfahren ähnlich wie das in Bayern zu gestalten. Doch welches Fördermodell für eine Kommune vorteilhafter ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Erfahrungen zeigen, dass hochleistungsfähige Breitbandanschlüsse durch Investitionskostenzuschüsse in der Regel schneller und kostengünstiger bereitgestellt werden können.

Betreibermodelle dagegen benötigen signifikantes Fachwissen der Kommunen. Qualifizierte Beratungs­angebote durch einen Breitbandmanager vor Ort sind deshalb dringend notwendig. In Bayern wird dies bereits erfolgreich praktiziert.

Eine entsprechende bundesweite Weiterbildung und Einbindung der Mitarbeiter der regionalen Vermessungsämter in die Breitbandförderung wäre ebenfalls wünschenswert. Die Breitbandmanager könnten neben dem Know-how-Transfer auch die Verlegung von Leerrohren planen und koordinieren, die einen kos­tengünstigen Ausbau der Netze ermöglichen.

Ein solch evolutionärer Ansatz ist oft nötig, da den meisten Gemeinden trotz Kofinanzierung durch Bund und Länder nur ein eng begrenzter finanzieller Spielraum für den Breitbandausbau zur Verfügung steht. Deshalb rechnet es sich oft auch eher, teure Glasfaserkabel nur bis zum nächsten Verteiler zu verlegen und das schnelle Internet von dort per günstigem Kupferkabel in die Häuser zu bringen.

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