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Nebenher zur Fachkraft

Wer sich als an- und ungelernter Mitarbeiter berufsbegleitend weiterqualifiziert, hilft sich selbst – und seinem Unternehmen. Denn in Zeiten fehlender Fachkräfte können Betriebe dann unabhängig vom Arbeitsmarkt ihren Personalbedarf besser decken.

Kernaussagen in Kürze:
  • In Zeiten fehlender Fachkräfte können Betriebe mit berufsbegleitender Weiterqualifizierung, unabhängig vom Arbeitsmarkt, ihren Personalbedarf besser decken.
  • Laut Adult Education Survey 2012 bildet sich nur knapp ein Fünftel der Personen ohne Berufsabschluss weiter, bei Akademikern sind es rund die Hälfte.
  • In etwa einem Drittel aller Unternehmen, die in den vergangenen drei Jahren An- und Ungelernte eingestellt haben, können Mitarbeiter Teilqualifikationen erwerben.
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Im Jahr 2011 hatten deutschlandweit 7,4 Millionen Menschen im Alter von 25 bis 64 Jahren keinen berufsqualifizierenden Abschluss. Ein Drittel davon arbeitete trotzdem in Berufen, für die normalerweise eine Ausbildung notwendig ist. Das können sie, weil sie am Arbeitsplatz die notwendigen Kompetenzen und Kenntnisse erworben haben.

Dennoch nehmen An- und Ungelernte noch immer deutlich seltener an betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen teil als Personen mit einem Berufsabschluss. Laut Adult Education Survey 2012 bildet sich nur knapp ein Fünftel der Personen ohne Berufsabschluss weiter – bei Akademikern sowie Personen mit Meister- oder Fachschulabschluss ist es jeweils gut die Hälfte.

Angesichts bestehender bzw. drohender Fachkräfteengpässe erkennen aber immer mehr Firmen den Nutzen, an- und ungelernte Arbeitskräfte beruflich fit zu machen: Mehr als die Hälfte der Betriebe stellt Personen mit diesem Hintergrund bewusst ein, um sie dann im Betrieb passgenau zu qualifizieren (Grafik).

In etwa einem Drittel aller Unternehmen, die in den vergangenen drei Jahren An- und Ungelernte eingestellt haben, können Mitarbeiter Teilqualifikationen erwerben.

Dabei arbeiten die Beschäftigten weiterhin an ihrem Arbeitsplatz und lernen während oder neben der Arbeitszeit Schritt für Schritt einzelne Inhalte einer regulären Berufsaus­bildung. Jedes Modul kann in wenigen Wochen oder Monaten absolviert werden. In einem Qualifizierungskurs für Lagerlogistik zum Beispiel können nacheinander die Annahme, die Verpackung und der Versand von Gütern gelernt werden.

Jeder Abschnitt endet mit einem eigenen Zertifikat. So können An- und Ungelernte Schritt für Schritt die notwendigen Kompetenzen für ihr Arbeitsfeld erwerben. Werden alle Module erfolgreich durchlaufen, kann im Idealfall mit einer Prüfung vor der zuständigen Kammer ein Berufsabschluss nachgeholt werden.

Von einer solchen Qualifizierung am Arbeitsplatz profitieren sowohl Unternehmen als auch Mitarbeiter. Das Unternehmen, weil es seinen Fachkräftebedarf besser decken kann, und der Mitarbeiter, weil er besser qualifiziert ist und keinen bzw. je nach Ausgestaltung der Bedingungen nur einen geringen Verdienstausfall hat. Daher sollten das Angebot und die Förderung von Teilqualifikationen deutlich intensiviert werden.

Neben Teilqualifikationen gibt es noch weitere Möglichkeiten: So können An- und Ungelernte auch berufsbegleitend eine reguläre Aus­bildung oder einen Schulabschluss nachholen. Die Unternehmen bieten aber auch Schulungen für spezielle Aufgaben an, wie beispielsweise den Umgang mit einem Computer­programm.

Weitere Informationen gibt es auf www.fachkraeftesichern.de

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