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Nachwuchssorgen

Die Branche boomt – entsprechend entwickelt sich der Arbeitsmarkt für Fachleute.

Kernaussagen in Kürze:
  • Auf dem IT-Arbeitsmarkt herrscht mit Arbeitslosenquoten von weniger als 3 Prozent faktisch Vollbeschäftigung.
  • Vor allem in den südlichen Bundesländern sind die Arbeitsmarktchancen exzellent.
  • Ein großes Problem für die Fachkräftesicherung ist die weiterhin sehr geringe Zahl von Frauen im IT-Bereich.
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Das diesjährige Motto der CeBIT lautet d!conomy. Es soll darauf hinweisen, wie stark Wirtschaft und Gesellschaft inzwischen von der Informationstechnologie (IT) durchdrungen sind. Warenströme lassen sich heute weltweit mit RFID-Chips nachvollziehen. Viele Alltagsaufgaben wie das Boarding von Flügen erledigt man längst mithilfe des Smartphones. Und vom Internet der Dinge über die Industrie 4.0 bis zu Big Data mangelt es der IT-Branche auch nicht an Zukunftsthemen.

Insofern verwundert es nicht, dass die Unternehmen händeringend nach Mitarbeitern mit entsprechenden Qualifikationen suchen. Doch der Arbeitsmarkt ist so gut wie leergefegt (Tabelle).

Mit Arbeitslosenquoten von jeweils weniger als 3 Prozent bei akademischen IT-Jobs und IT-Berufen der Aufstiegsfortbildung herrscht faktisch Vollbeschäftigung.

In den südlichen Bundesländern sind die Arbeitsmarktchancen geradezu exzellent. So liegt die Arbeitslosenquote für akademische IT-Berufe in Baden-Württemberg bei lediglich 1,7 Prozent.

Nicht ganz so gut sieht es bei den fachlich ausgerichteten IT-Tätigkeiten aus, zu denen beispielsweise Ausbildungsberufe in der Medieninformatik zählen. Hier gibt es derzeit genügend Fachkräfte, die Webseiten gestalten und programmieren, multimediale Inhalte einbetten und Endanwender bei der Installation von Software unterstützen. Ein Grund dafür:

Viele Umschulungsmaßnahmen der Bundesagentur für Arbeit fallen in diesen IT-Bereich und sorgen für ein hohes Arbeitskräfteangebot.

Bei den IT-Ausbildungsberufen liegt die Arbeitslosenquote im Bundesdurchschnitt deshalb mit 6,2 Prozent nur geringfügig unter der allgemeinen Arbeitslosenquote.

Ein großes Problem für die Fachkräftesicherung ist die weiterhin sehr geringe Zahl von Frauen im IT-Bereich. In den Aufstiegsfortbildungsberufen ist gerade einmal jede siebte Stelle von einer Frau besetzt, in den akademischen IT-Berufen sogar nur jede neunte. Offenbar fehlt den zahlreichen Programmen zur Förderung des weiblichen Nachwuchses noch der durchschlagende Erfolg – der auch aus einem anderen Grund wünschenswert wäre: Gäbe es im IT-Bereich mit seinen attraktiven Gehältern mehr Frauen, würde dies dazu beitragen, den gesamtwirtschaftlichen Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen zu verringern.

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