Berufsausbildungsvorbereitung Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Mit Praxis punkten

Jedes Jahr starten Tausende von Schulabgängern in eine berufsvorbereitende Maßnahme. Als besonders erfolgreich haben sich jene Qualifikationen erwiesen, die zu einem großen Teil im Unternehmen stattfinden.

Kernaussagen in Kürze:
  • Jedes Jahr starten Tausende von Schulabgängern in eine berufsvorbereitende Maßnahme.
  • Im Jahr 2013 befanden sich knapp 260.000 Jugendliche in einer Übergangsmaßnahme, 2005 waren es noch 420.000.
  • Zwischen 60 und 80 Prozent der EQ-Teilnehmer erhalten im Anschluss einen Ausbildungsvertrag.
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Es ist paradox: Obwohl seit mehreren Jahren viele Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben, finden einige Jugendliche keine Lehrstelle. Gleichwohl gibt es dafür Gründe: Manche Jugendliche haben keinen Schulabschluss, anderen mangelt es an Ausbildungsreife oder Sprachkenntnissen. Und manchmal passen Angebot und Nachfrage auch einfach nicht zueinander: Was nutzt einem technikbegeisterten Schulabsolventen aus Bayern ein Ausbildungsplatz als Restaurantfachmann in Mecklenburg-Vorpommern?

Um Schulabgängern mit Defiziten dennoch einen Start in einen anerkannten Ausbildungsberuf zu ermöglichen, gibt es berufsvorbereitende Maßnahmen. Aufgrund des hohen Lehrstellenangebots und der rückläufigen Zahl an Hauptschulabsolventen nehmen mittlerweile jedoch deutlich weniger junge Leute an solchen Berufsausbildungsvorbereitungen teil als noch vor einigen Jahren (Grafik):

Im Jahr 2013 befanden sich knapp 260.000 Jugendliche in einer Übergangsmaßnahme, 2005 waren es noch 420.000.

Zur Berufsvorbereitung stehen den jungen Frauen und Männern gleich mehrere Wege offen. Die bekanntesten:

Im Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) geht es darum, den Teilnehmern eine berufliche Grundbildung zu vermitteln. Das BVJ findet überwiegend an Berufsschulen statt, beinhaltet aber auch unterschiedlich lange Praktika in einem Unternehmen.

Das Berufsgrundbildungsjahr (BGJ) sowie die berufsvorbereitenden Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit (BVB) dauern ebenfalls ein Jahr und vereinen schulische und betriebliche Elemente, die zum Teil umfangreiche Praxisphasen für die Jugendlichen vorsehen.

Einstiegsqualifizierungen (EQ) finden dagegen vorrangig im Unternehmen statt. EQ dauern zwischen sechs und zwölf Monate und bauen eine Brücke in ein Ausbildungsverhältnis:

Zwischen 60 und 80 Prozent der EQ-Teilnehmer erhalten im Anschluss einen Ausbildungsvertrag.

Einstiegsqualifizierungen und Berufsgrundbildungsjahre können sogar oftmals als erstes Ausbildungsjahr angerechnet werden. Umso bedauerlicher ist es deshalb, dass ausgerechnet die Teilnehmerzahlen an diesen Berufsvorbereitungen in den vergangenen Jahren stärker gesunken sind als jene an rein schulischen Programmen.

Weitere Informationen und Handlungsanleitungen zur betrieblichen Berufsvorbereitung gibt es unter: www.fachkraeftesichern.de

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