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Mit mehr Vollzeitarbeit gegen den Personalmangel

Der jüngst wieder beklagte Personalmangel bei Bund, Ländern und Kommunen ließe sich deutlich abmildern, wenn mehr Teilzeitbeschäftigte im öffentlichen Dienst ihr Arbeitspensum auf eine Vollzeitstelle aufstocken würden.

Kernaussagen in Kürze:
  • Eine Option, um den oft beklagten Personalmangel im öffentlichen Dienst zu verringern, wäre, Teilzeit- auf Vollzeitstellen aufzustocken.
  • Im Schnitt aller Bundesländer könnte das Arbeitsvolumen auf Landes- und kommunaler Ebene um fast 16 Prozent wachsen, wenn alle Beschäftigten im öffentlichen Dienst in Vollzeit tätig wären.
  • Bei Bund, Länder und Kommunen wären so rechnerisch zusätzliche 634.000 Vollzeitstellen möglich.
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631.000 – so viele Beschäftigte fehlen im öffentlichen Dienst, hat vor Kurzem der Deutsche Beamtenbund verlauten lassen. Unter anderem in den Kommunalverwaltungen sowie in Schulen und Kindertagesstätten sei der Mangel besonders groß. Der demografische Wandel drohe die Situation weiter zu verschärfen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Problem von selbst löst, indem der Staat den Vorschriftendschungel so weit lichtet, dass weniger Beschäftigte benötigt werden, ist eher gering. Zusätzliche Neueinstellungen durch höhere Vergütungen – so es überhaupt ausreichend potenzielle Mitarbeiter gäbe –, wären für den Fiskus allerdings teuer.

Wenn die Beschäftigten im öffentlichen Dienst ihr Arbeitspensum sämtlich auf eine Vollzeitstelle aufstocken würden, ergäben sich rechnerisch zusätzliche 634.000 Vollzeitstellen.

Somit bleibt die Option, an der Arbeitszeitschraube zu drehen. Denn je nach Region hat ein mehr oder weniger großer Anteil der beim Staat Beschäftigten nur eine Teilzeitstelle. Diese aufzustocken, hätte einen erheblichen Effekt (Grafik):

Im Schnitt aller Bundesländer könnte das Arbeitsvolumen auf Landes- und kommunaler Ebene um fast 16 Prozent wachsen, wenn alle Beschäftigten im öffentlichen Dienst in Vollzeit tätig wären.

Um so viel Prozent könnte das Arbeitsvolumen im öffentlichen Dienst zunehmen, wenn alle Beschäftigten Vollzeit arbeiten würden Download: Grafik (JPG) herunterladen Grafik (EPS) herunterladen Tabelle (XLSX) herunterladen

Summiert man den möglichen Arbeitszeitzuwachs bei Bund, Ländern und Kommunen, ergeben sich rechnerisch zusätzliche 634.000 Vollzeitstellen – fast exakt der vom Beamtenbund bezifferte Bedarf. Eine vorsichtigere Rechnung nimmt Sachsen-Anhalt, das Land mit der höchsten durchschnittlichen Arbeitszeit im öffentlichen Dienst, zum Maßstab. Würde das dortige Pensum auch überall sonst in der Republik geleistet, wären 294.000 zusätzliche Vollzeitäquivalente drin.

Offen bleibt aber, ob das Potenzial zur Aufstockung der Arbeitszeit genau in jenen Bereichen vorhanden wäre, in denen das meiste Personal fehlt. Zudem bräuchte es neben dem Gehalt weitere Anreize für die Beschäftigten, länger zu arbeiten. Einer wäre eine verbesserte Kinderbetreuung, die stärkere Befristung von Teilzeit im öffentlichen Dienst ein anderer. Letztere würde allerdings die Attraktivität des Staats als Arbeitgeber schwächen.

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