Metall- und Elektro-Industrie Lesezeit 3 Min. Lesezeit 1 Min.

Mit dem Klimaschutz Geld verdienen

Deutschland steckt mitten in der Energiewende, was mit einem grundlegenden Umbau der Energieversorgungssysteme auf eine nachhaltige Energieerzeugung und eine effizientere Energienutzung einhergeht. Maßnahmen für den Klimaschutz und die Luftreinhaltung verbessern aber nicht nur die Umwelt, sondern sind auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor – gerade für die M+E-Industrie.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Metall- und Elektro-Industrie ist für die Umweltwirtschaft die wichtigste Branche. Besonders umsatzstark sind die Betriebe des Maschinenbaus.
  • Die größten Umsätze brachten 2015 energieeffiziente Antriebs- und Steuerungstechniken sowie die Onshore-Windkraft.
  • Ebenfalls führend ist die M+E-Industrie in der Herstellung von Abgasreinigungsanlagen und Kontrollsystemen.
Zur detaillierten Fassung

Durch das zunehmende gesellschaftliche und politische Interesse am Schutz der Umwelt und an den endlichen Ressourcen wächst die Nachfrage nach entsprechenden Gütern und Dienstleistungen – und damit die Produktion. Da die Umweltwirtschaft jedoch eine Querschnittsbranche ist, lässt sie sich statistisch nur schwer erfassen.

Das Statistische Bundesamt löst diese Aufgabe mithilfe einer jährlichen Erhebung der Waren-, Bau- und Dienstleistungen für den Umweltschutz. Die Ergebnisse können zwar nur eine Näherungslösung sein, gleichwohl liefern sie einige wichtige Eckdaten des deutschen Umweltschutzgütermarktes. In die aktuelle Erhebung sind Angaben von knapp 10.000 Betrieben eingegangen – darunter 1.433 Betriebe der Metall- und Elektro-Industrie.

Umweltschutzgüter und -dienstleistungen untergliedern sich in zwei Bereiche: Zum einen umfassen sie all jene Maßnahmen, mit denen sich Umweltverschmutzungen vermeiden, reduzieren und beseitigen lassen; und zum anderen beinhalten sie Maßnahmen, die der Bewahrung und Instandhaltung der natürlichen Ressourcen dienen.

In Deutschland wurden 2015 insgesamt rund 66 Milliarden Euro mit Produkten und Dienstleistungen für den Umweltschutz umgesetzt – davon entfielen 40 Milliarden Euro auf die M+E-Industrie.

Die größten Umsätze brachten energieeffiziente Antriebs- und Steuerungstechniken mit 8,6 Milliarden Euro sowie die Onshore-Windkraft mit 7,4 Milliarden Euro.

Die Metall- und Elektro-Industrie ist für den Großteil der Umsätze in der Umweltwirtschaft verantwortlich.

Das M+E-Ranking. In Sachen Umweltschutz sind die vom Statistischen Bundesamt befragten 674 Unternehmen des Maschinenbaus mit Abstand die umsatzstärkste M+E-Branche. Darunter befinden sich sowohl auf Umweltschutzgüter spezialisierte Maschinenbauer als auch Betriebe, die nur einen kleinen Teil ihres Umsatzes mit dem Umweltschutz verdienen. Mit rund 24,6 Milliarden Euro erwirtschaftete der Maschinenbau 2015 gut 60 Prozent des gesamten Umsatzes der M+E-Industrie mit Umweltschutzgütern (Grafik).

Platz zwei geht an die Automobilhersteller und deren Zulieferer; und dort sind es vor allem die Hersteller von Teilen und Zubehör für Kraftwagen, die den Großteil des Umsatzes mit Umweltschutzgütern generieren, nämlich 4,5 der insgesamt 5 Milliarden Euro. Die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen, Platz drei der umsatzstärksten M+E-Branchen im Umweltschutz, machen gut 80 Prozent ihres Umsatzes mit Elektromotoren, Generatoren, Transformatoren sowie mit Elektrizitätsverteilungs- und -schalteinrichtungen.

In- und Auslandsumsatz. Immerhin 46 Prozent der M+E-Umsätze mit Umweltschutzgütern wurden im Ausland erwirtschaftet – im Jahr 2015 waren das mehr als 18,6 Milliarden Euro. Während in den Metallbranchen und dem Maschinenbau jeder zweite Euro im Auslandsgeschäft erzielt wird, sind die anderen M+E-Branchen stärker auf den Inlandsmarkt ausgerichtet, auf dem 2015 insgesamt rund 21,5 Milliarden Euro umgesetzt wurden.

Beschäftigung. Im Jahr 2015 waren in Deutschland laut der Erhebung fast 260.000 Menschen für den Umweltschutz tätig, davon 174.000 im Verarbeitenden Gewerbe. Allein in den Unternehmen der M+E-Industrie waren es knapp 124.000 Beschäftigte (Grafik). Die unangefochtene Nummer eins war auch hier der Maschinenbau mit fast 71.000 Mitarbeitern.

Klimaschutz und Luftreinhaltung. Von den gut 40 Milliarden Euro, die die M+E-Industrie im Jahr 2015 mit Umweltschutzgütern umsetzte, entfiel der Großteil – mehr als 24 Milliarden Euro – auf den Klimaschutz. Dabei handelt es sich um Techniken und Maßnahmen, die den Ausstoß von Treibhausgasen vermindern oder vermeiden, die erneuerbare Energien nutzen sowie für einen sparsamen und effizienten Umgang mit Energie sorgen.

Maschinenbau wichtiger Anbieter

Ein besonders wichtiger Anbieter ist auch in diesem Bereich der Maschinenbau, der im Jahr 2015 rund 16,7 Milliarden Euro mit Klimaschutzgütern umsetzte. Das waren mehr als zwei Drittel des gesamten Umsatzes der M+E-Unternehmen in diesem Bereich.

Die Maschinenbaubetriebe stellen im Umweltsektor vor allem Komponenten und Fertigungstechnik für Windenergieanlagen her und beliefern die Windindustrie in unterschiedlicher Wertschöpfungstiefe.

Um Rauch, Ruß, Staub, Gase oder Dämpfe in Abgas und Abluft zu beseitigen, zu verringern und zu vermeiden, werden Anlagen und Geräte für verschiedene Abgasreinigungs-, Nass- und Trockenverfahren, aber auch Mess- und Kontrollsysteme benötigt. Auch hier ist die Metall- und Elektro-Industrie führend:

Von den knapp 8 Milliarden Euro, die 2015 in Deutschland mit Produkten zur Luftreinhaltung erwirtschaftet wurden, entfielen 5,8 Milliarden Euro auf die M+E-Industrie – allein der Maschinenbau erzielte einen Umsatz von annähernd 3 Milliarden Euro.

Aber auch mit Produkten im Bereich Lärmbekämpfung, Abwasser- und Abfallwirtschaft sowie mit bereichsübergreifenden Produkten konnten die Betriebe der Metall- und Elektro-Industrie noch weitere knapp 10 Milliarden Euro Umsatz erzielen.

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