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Mit dem Durst wächst der Hunger

Ohne Wasser keine Nahrung – unter diesem Motto steht der diesjährige Weltwassertag am 22. März. Um die wachsende Weltbevölkerung satt zu bekommen, ist ein nachhaltiger Umgang mit dem kostbaren Nass dringend nötig.

Kernaussagen in Kürze:
  • Um die wachsende Weltbevölkerung satt zu bekommen, ist ein nachhaltiger Umgang mit dem kostbaren Nass dringend nötig.
  • Den jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland beziffern die beiden Forscher auf 1426 Kubikmeter Wasser - 3900 Liter am Tag.
  • Die privaten Haushalte verbrauchen 3,6 Prozent, Industriebetriebe 4,4 Prozent des Wassers - 92 Prozent nutzt die Landwirtschaft.
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Wie viel Wasser ein Mensch täglich verbraucht, ist schnell zusammengerechnet: Ein Erwachsener trinkt zwischen zwei und drei Liter Wasser, hinzu kommen in Deutschland noch 120 Liter für die Hygiene: Also all das, was wir fürs Zähneputzen, die Klospülung, das Duschen und Wäschewaschen oder fürs Geschirrspülen benötigen.

War es das? Bei weitem nicht, sagen Arjen Hoekstra und Mesfin Mekonnen von der niederländischen Universität Twente. Die beiden Forscher haben kürzlich eine Weltkarte präsentiert, die den gesamten Wasserbedarf der Menschheit illustriert. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass jährlich rund 9.000 Milliarden Kubikmeter Wasser verbraucht werden – das entspricht dem 190-Fachen des Bodensees.

Den jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland beziffern die beiden Forscher auf 1.426 Kubikmeter Wasser – das sind rund 3.900 Liter am Tag.

Um so viel Wasser tatsächlich zu verbrauchen, müsste man 25 Vollbäder pro Tag nehmen. Doch Hoekstra und Mekonnen geht es um etwas anderes, nämlich den „Wasserfußabdruck“, den jeder Einzelne hinterlässt, wenn er ein industrielles oder landwirtschaftliches Produkt kauft oder konsumiert. Für die Herstellung einer Tasse Tee beispielsweise werden unterm Strich 35 Liter Wasser benötigt – für die Bewässerung der Teepflanze, die Teeherstellung und die Zubereitung. Ein Milchkaffee schlägt bereits mit 200 Litern virtuellem Wasser zu Buche, noch deutlich mehr Wasser wandert in die Fleischproduktion: Die Herstellung eines einzigen Beefsteaks verschlingt 7.000 Liter Wasser (Grafik).

Wasserverbrauch: So durstig ist unser Essen Die Forscher haben außerdem berechnet, auf wessen Konto die globale Wassernutzung geht:

Die privaten Haushalte verbrauchen 3,6 Prozent, Industriebetriebe 4,4 Prozent des Wassers – 92 Prozent nutzt die Landwirtschaft.

Genau dies macht den Vereinten Nationen Sorge, weshalb sie den Weltwassertag 2012 unter das Motto „Wasser und Nahrungssicherheit“ gestellt haben. Bereits heute leidet eine Milliarde Menschen unter chronischem Hunger und unzureichender Wasserversorgung. Um die wachsende Weltbevölkerung satt zu bekommen, ist deshalb ein anderer Umgang mit der knappen Ressource Wasser nötig. Zu den empfohlenen Maßnahmen zählen:

  1. Die Herstellung und der Verbrauch von weniger wasserintensiven Produkten.
  2. Die Reduzierung der Verschwendung. Laut Welternährungsorganisation werden nur 50 Prozent der Lebensmittel tatsächlich konsumiert – der Rest vergammelt.
  3. Eine effizientere Wassernutzung. Allein die Intensivierung der „Regenwasser-Landwirtschaft“ könnte nach Berechnungen des International Center for Tropical Agriculture dafür sorgen, dass es im Jahr 2050 für die dann 9,5 Milliarden Menschen ausreichend Nahrung gibt.

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