IW-Konjunkturumfrage Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Mit angezogener Handbremse

Gut sechs von zehn Betrieben glauben mittelfris­tig an eine weiterhin positive wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland, die übrigen sehen hingegen mit Sorge in die Zukunft – vor allem wegen steigender Energiepreise. Das ist die zentrale Antwort auf die Zusatzfrage, die das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Rahmen seiner halbjährlichen Konjunkturumfrage gestellt hat.

Kernaussagen in Kürze:
  • Gut sechs von zehn Betrieben glauben an eine positive wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland, die übrigen sorgen sich vor allem wegen steigender Energiepreise.
  • Gut 30 Prozent der deutschen Unternehmen gehen davon aus, dass sich die Bedingungen der Banken mittelfristig wieder verschlechtern werden.
  • Ein Viertel der Unternehmen erwartet wieder mehr Investitionen, ein Fünftel hält das Gegenteil für wahrscheinlich.
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Die Ergebnisse der Befragung von fast 3.000 Unternehmen lauten im Einzelnen (Grafik):

Stabile Inlandskonjunktur. Knapp 60 Prozent der Betriebe gehen von einer gleichbleibenden Entwicklung aus. Ein Viertel erwartet wieder mehr In­vestitionen, ein Fünftel hält das Gegenteil für wahrscheinlich. Ebenfalls ein Fünftel der Unternehmen setzt auf einen Auf­wärtstrend beim Konsum und auf dem Arbeitsmarkt – genauso viele rechnen mit einer Verschlechterung.

Konstante Finanzierungskondi­tionen. Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank hat dazu beigetragen, die Finanzmärkte zu beruhigen. Für die Bundesregierung ist es billiger geworden, an frisches Geld zu kommen. Die niedrigen Zinsen haben aber auch Nachteile – für Sparer und Anleger. Sie weichen auf Gold und Immobilien aus und riskieren einen hohen Preisverfall.

Gut 30 Prozent der deutschen Unternehmen gehen davon aus, dass sich die Bedingungen der Banken mittelfristig wieder verschlechtern werden.

Nur 7 Prozent vertrauen auf eine weitere Verbesserung, der Rest erwartet gleichbleibende Konditionen.

Steigende Kosten. Gut jeder zweite Betrieb hält steigende Arbeitskos­ten für wahrscheinlich, 40 Prozent befürchten höhere Steuern. Dass die Regierung die Steuern senken wird, vermuten nur knapp 2 Prozent. Neun von zehn Firmen befürchten höhere Energiekosten, obwohl die Rohstoffpreise derzeit eher stabil sind, teilweise sogar sinken.

Europa bleibt schwach. Dass die Schwellenländer weiter wachsen werden, sagen 55 Prozent der Unternehmen voraus. Für Europa kalkulieren vier von zehn Firmen Wachstumsprobleme ein. Damit bleibt der europäische Markt ein Sorgenkind.

Politische Vertrauenskrise. Knapp 40 Prozent der Betriebe erwarten eine Verschlechterung des poli­tischen Zusammenhalts in Europa, nur gut 7 Prozent eine Verbesserung. Dies ist eine deutliche Ansage an die Politik, für einen klaren und verlässlichen Kurs in der europäischen Schuldenkrise zu sorgen.

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