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MINT macht’s

Wer naturwissenschaftlich oder technisch ausgebildet ist, hat in Deutschland wesentlich bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt als Menschen mit anderen Qualifikationen. Das gilt auch für Zuwanderer.

Kernaussagen in Kürze:
  • Im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) gibt es weit mehr offene Stellen als Arbeitslose.
  • MINT-Fachleute sind auf dem Arbeitsmarkt im Vorteil: Sie verdienen mehr, sie sind seltener befristet beschäftigt und sie sind häufiger in Führungspositionen.
  • Auch Zuwanderern bietet eine MINT-Qualifikation überdurchschnittlich gute Chancen auf einen Arbeitsplatz.
Zur detaillierten Fassung

Fachkräfte und Akademiker aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) werden seit Jahren händeringend gesucht. Ende April waren 430.400 Stellen im MINT-Bereich nicht besetzt. Gleichzeitig waren nur 199.100 Fachkräfte mit MINT-Bildung arbeitslos gemeldet – der niedrigste Stand seit Beginn der statistischen Erhebung.

Wohl auch deshalb haben MINT-Kräfte besonders gute Arbeitsbedingungen. So verdienen 75 Prozent der MINT-Akademiker mehr als 2.000 Euro netto pro Monat. Von den anderen Akademikern schaffen das 62 Prozent. Bei den Nettogehältern über 4.000 Euro ist der Unterschied mit 20 Prozent im Vergleich zu 13 Prozent ebenfalls sehr groß.

Ingenieure verdienen fast doppelt so viel wie ungelernte Arbeitskräfte – übertroffen werden sie darin nur von Juristen und Medizinern.

Dass sich Bildungsabschlüsse im MINT-Bereich immer mehr auszahlen, lässt sich auch an der sogenannten Lohnprämie ablesen (Grafik):

Gemessen am Stundenlohn verdienten MINT-Akademiker im Jahr 2015 gut 92 Prozent mehr als Geringqualifizierte. Seit dem Jahr 2005 ist diese Lohnprämie um rund 15 Prozentpunkte gestiegen.

Auch die Facharbeiter aus dem mathematisch-technischen Bereich haben ihren Einkommensvorsprung gegenüber Beschäftigten ohne Berufsausbildung binnen zehn Jahren um 12 Prozentpunkte ausgebaut und verdienen nun knapp 67 Prozent mehr als diese.

Eine Ausbildung für Aufsteiger

Zudem sind MINT-Kräfte seltener befristet beschäftigt. Im Jahr 2014 hatten nur 10,4 Prozent der Mathematiker, Informatiker, Naturwissenschaftler und Ingenieure befristete Verträge – im Vergleich zu 12,1 Prozent der sonstigen Akademiker. Bei Fachkräften aus dem MINT-Bereich war die Quote mit 6,3 Prozent sogar noch geringer. Fachkräfte aus anderen Feldern hatten mit 7,9 Prozent häufiger befristete Verträge. Außerdem sind MINT-Kräfte öfter vollzeitbeschäftigt und in leitender Position tätig als andere Arbeitnehmer.

Die guten Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt sind weitgehend unabhängig von der sozialen und ethnischen Herkunft – MINT-Akademiker sind deutlich häufiger Bildungsaufsteiger als Absolventen anderer Studiengänge:

Im Durchschnitt der Jahre 2001 bis 2015 hatten knapp 70 Prozent der Ingenieure und gut 66 Prozent der Akademiker anderer MINT-Richtungen mindestens ein Elternteil ohne Studienabschluss.

Zum Vergleich: Bei Medizinern waren es rund 50 Prozent und bei Juristen sogar nur 43 Prozent.

Auch Zuwanderer haben in MINT-Berufen besonders gute Chancen: Die Erwerbstätigenquote unter MINT-Akademikern mit Migrationserfahrung war 2014 um 4,6 Prozentpunkte höher als bei Zuwanderern in anderen akademischen Fachrichtungen. Und der Anteil der erwerbstätigen Akademiker, die nicht in Deutschland geboren sind, ist im MINT-Bereich um ein Viertel höher als unter sonstigen Akademikern.

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