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Mehr Staat als Markt

Seit der Strommarkt 1998 reformiert wurde, soll eigentlich der Wettbewerb den Strompreis bestimmen. Tatsächlich aber besteht ein immer größerer Teil dessen, was Haushalte und Firmen für Strom bezahlen, aus vom Staat festgelegten Abgaben.

Kernaussagen in Kürze:
  • Seit der Strommarkt 1998 reformiert wurde, soll eigentlich der Wettbewerb den Strompreis bestimmen.
  • Im Jahr 2014 betragen die an die Anlagenbetreiber ausgezahlten Subventionen für die erneuerbaren Energien gut 19 Milliarden Euro – ohne EEG-Reform könnten es in vier Jahren mehr als 31 Milliarden Euro sein.
  • Eine echte Entlastung für die Stromkunden könnte nur eine EEG-Reform bringen, die für mehr Wettbewerb und Effizienz sorgt.
Zur detaillierten Fassung

In diesem Jahr werden die privaten Stromverbraucher insgesamt mehr als 30 Milliarden Euro an den Staat abführen. Mit 51,7 Prozent war der Anteil, den der Staat vom Strompreis kassiert, noch nie so hoch wie 2014. Zu der traditionellen Konzessionsabgabe und der Mehrwertsteuer hinzu kommen unter anderem die Stromsteuer, die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sowie ein Aufschlag zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung.

Wenn die Bundesregierung den Strommarkt nicht umgestaltet, könnte der staatliche Anteil am Strompreis bis 2018 für private Kunden bis auf 56 Prozent steigen (Grafik). Das liegt vor allem am EEG:

Im Jahr 2014 betragen die an die Anlagenbetreiber ausgezahlten Subventionen für die erneuerbaren Energien gut 19 Milliarden Euro – ohne EEG-Reform könnten es in vier Jahren mehr als 31 Milliarden Euro sein.

In diesem Szenario würde sich die EEG-Umlage auf bis zu 8,1 Cent je Kilowattstunde Strom erhöhen. Auch wenn der eigentliche Marktpreis – also der an den Strombörsen fällige Preis plus Vertriebskosten und Netzentgelte – konstant bliebe, müssten die privaten Haushalte 2018 für jede Kilowattstunde 13 Prozent mehr bezahlen als heute. Für Industriekunden, die nicht von Ausnahme­regelungen profitieren, stiege der Strompreis sogar um 19 Prozent. Über 57 Prozent dessen, was Industriefirmen für Strom zahlen, wären dann staatlich festgelegte Abgaben.

Selbst wenn die Kapazitäten für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien langsamer wüchsen und die Kosten für die Ökostromproduktion schnell sänken, würde der Staat von den Verbrauchern 2018 immer noch rund die Hälfte des Strompreises kassieren. Eine echte Entlastung für die Stromkunden könnte nur eine EEG-Reform bringen, die für mehr Wettbewerb und Effizienz sorgt (vgl. iwd 6/2014).

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