Klimawandel Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Mehr Risiken als Chancen

Die global agierenden Großunternehmen in Deutschland spüren die Folgen des Klimawandels immer deutlicher – vor allem staatliche Regulierungen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die global agierenden Großunternehmen in Deutschland spüren die Folgen des Klimawandels immer deutlicher.
  • Für die Firmen bestehen die größten Auswirkungen des Klimawandels darin, dass der Gesetzgeber Umweltvorschriften erlässt.
  • 84 Prozent erkennen in der Regulierung auch Chancen, etwa durch die Produktion und den Absatz von neuen Umwelttechnologien.
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Das Carbon Disclosure Project (CDP) ist eine Non-Profit-Organisation mit Hauptsitz in London, die Investoren mit umweltrelevanten Informationen versorgt. Dazu erhebt das CDP seit dem Jahr 2000 Daten der weltweit größten börsennotierten Unternehmen.

Eine Umfrage 2012 unter den 30 DAX-Unternehmen – von denen 25 ihre Daten öffentlich zugänglich gemacht haben – zeigt: Für die Firmen bestehen die größten Auswirkungen des Klimawandels nicht etwa in den natürlichen Folgen wie mehr Niederschlag oder höhere Temperaturen, sondern darin, dass der Gesetzgeber eingreift und zum Beispiel den CO2-Ausstoß reguliert und andere Umweltvorschriften erlässt. Zwar sehen 72 Prozent der Unternehmen darin Risiken für ihre Geschäfte, doch sogar 84 Prozent erkennen in der Regulierung auch Chancen, etwa durch die Produktion und den Absatz von neuen Umwelttechnologien.

Ganz ähnlich verhält es sich mit den Auswirkungen, die am zweithäufigsten genannt wurden: „sonstige klimabezogene Entwicklungen“ wie die Reputation einer Firma als umweltfreundlicher Hersteller oder die Wettbewerbsfähigkeit. Auch hier überwiegen die Chancen (84 Prozent) die Risiken (60 Prozent), das heißt, die DAX-Unternehmen glauben, dem Klimawandel letztlich eher Vorteile abgewinnen zu können.

Umgekehrt ist es beim dritten und letzten Punkt, den natürlichen Veränderungen durch den Klimawandel. Denn hier übersteigen die Risiken (56 Prozent) deutlich die Chancen (48 Prozent).

Risiken. Gefragt, welche negativen Auswirkungen der Klimawandel für sie hat, geben die Unternehmen als häufigste Antwort: „Unterbrechung der Produktion“ bzw. „weniger Produktionskapazitäten“ – 51 Prozent aller Nennungen entfallen auf diesen Punkt (Grafik).

Das zweitgrößte Risiko betrifft mit 29 Prozent der Nennungen die höheren Kosten, die zur Aufrecht­erhaltung des operativen Geschäftsbetriebs notwendig sind. Dazu zählen vor allem die Preise für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe.

Chancen. Oben auf der Liste der positiven Auswirkungen des Klimawandels steht für die 25 DAX-Unternehmen die erhöhte Nachfrage nach bereits existierenden (44 Prozent) bzw. neuen (37 Prozent) Produkten und Dienstleistungen, die mit dem Klimawandel zu tun haben – etwa der wachsende Bedarf an Klimaanlagen. Immerhin 15 Prozent geben sinkende Betriebskosten an, weil sich die Firmen durch den Klimawandel beispielsweise niedrigere Energiekosten versprechen.

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