Bildungsexpansion Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Mehr Geld für weniger Nachwuchs

Jahr für Jahr nimmt die Politik mehr Geld für öffentliche Bildungsausgaben in die Hand. Davon profitieren insbesondere junge Leute, denn sie sind es, die Kindergärten, Schulen und Hochschulen in der Bundesrepublik besuchen. Da diese Altersgruppe schrumpft, steigt ihr Anteil am „Bildungskuchen“.

Kernaussagen in Kürze:
  • Jahr für Jahr nimmt die Politik mehr Geld für öffentliche Bildungsausgaben in die Hand - davon profitieren insbesondere junge Leute.
  • Je Einwohner unter 30 Jahren gerechnet betrugen die öffentlichen Bildungsausgaben im Jahr 2000 rund 2.900 Euro – inzwischen sind es fast 4.500 Euro.
  • Im Jahr 2000 betrug der Anteil der Hochschulabsolventen an der Bevölkerung im entsprechenden Alter knapp 17 Prozent – 2011 lag er bereits bei mehr als 30 Prozent.
Zur detaillierten Fassung

Alle Jahre wieder kritisiert der OECD-Bildungsbericht an Deutschland vor allem die im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung zu geringen öffentlichen Bildungsausgaben.

Tatsächlich ist der Anteil der Bildungsausgaben in den vergangenen Jahren kaum gestiegen: Laut Bildungsfinanzbericht flossen zur Jahrtausendwende 3,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in die Bildung – 2012 waren es 4,2 Prozent.

Allerdings weist diese Kennziffer erhebliche Mängel auf, denn sie ignoriert zum Beispiel die demografische Entwicklung einer Bevölkerung. Bildungseinrichtungen und -institutionen werden logischerweise überwiegend von jungen Leuten genutzt, lediglich die Weiterbildung wendet sich explizit an ältere Jahrgänge. Legt man also die jährlichen Bildungsausgaben auf die Hauptzielgruppe um, schneidet Deutschland deutlich besser ab als im Urteil der OECD (Grafik):

Je Einwohner unter 30 Jahren gerechnet betrugen die öffentlichen Bildungsausgaben im Jahr 2000 rund 2.900 Euro – inzwischen sind es fast 4.500 Euro.

Vor allem für die Kleinsten wird viel getan. Die Ausgaben für Krippen und Kindertageseinrichtungen stiegen von 7,5 Milliarden Euro im Jahr 2000 auf 16,4 Milliarden Euro im Jahr 2012. Der Anteil der unter Dreijährigen, die in einer öffentlich geförderten Kita oder bei einer Tagesmutter betreut werden, hat sich seit 2006 mehr als verdoppelt und betrug 2012 knapp 28 Prozent.

Auch an den deutschen Hochschulen hat sich viel verbessert. Im Jahr 2000 betrug der Anteil der Hochschulabsolventen an der Bevölkerung im entsprechenden Alter knapp 17 Prozent – 2011 lag er bereits bei mehr als 30 Prozent. Dass die Universitäten und Fachhochschulen Jahr für Jahr mehr Studenten aufnehmen, liegt auch an den Finanzen: Die Grundmittel für die Hochschulen sind sukzessive aufgestockt worden, 2012 wendete der Bund fast 25 Milliarden Euro dafür auf – fast 8 Milliarden Euro mehr als im Jahr 2000.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene

Mehr auf iwkoeln.de