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Landtagswahl Lesezeit 2 Min.

Mecklenburg-Vorpommern: Kontinuität oder Kurswechsel?

Am 20. September wählen die Bürger des nordöstlichen Bundeslands einen neuen Landtag. Das Ergebnis entscheidet darüber, ob Ministerpräsidentin Manuela Schwesig im Amt bleiben kann oder ein radikaler Schwenk nach rechtsaußen bevorsteht.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die künftige Regierung in Mecklenburg-Vorpommern steht vor der Herausforderung, das Land wirtschaftlich nach vorn zu bringen. Zuletzt lag das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner fast ein Viertel unter dem bundesweiten Durchschnitt.
  • Viele Branchen im Land kämpfen außerdem mit dem Fachkräftemangel – die AfD setzt nichtsdestotrotz auf eine zuwanderungsfeindliche Politik.
  • Die AfD fordert auch einen radikalen Kurswechsel in der Energiepolitik, dabei ist Mecklenburg-Vorpommern erfolgreich auf dem Weg zu einer Stromversorgung aus erneuerbaren Energien.
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In den jüngsten Umfragen liegt die AfD in dem knapp 1,6 Millionen Einwohner zählenden Bundesland zwar mit rund 35 Prozent vorn – im Vergleich zu Sachsen-Anhalt, wo die Partei am 6. September fast 44 Prozent holte, sind ihre Chancen auf eine absolute Mehrheit jedoch geringer. Die amtierende Ministerpräsidentin Manuela Schwesig wiederum hofft, dass ihre Partei, die SPD, mehr als die derzeit prognostizierten 32 Prozent einfährt. Um weiterregieren zu können, wird sie wohl dennoch neben den Linken auf weitere Koalitionspartner angewiesen sein –wobei die Grünen aktuell um ihren Einzug in den Landtag bangen müssen.

Die künftige Regierung wird in jedem Fall vor der Herausforderung stehen, das Land wirtschaftlich nach vorn zu bringen (Grafik):

Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner betrug in Mecklenburg-Vorpommern 2025 nur knapp 40.500 Euro – und lag damit fast ein Viertel unter dem bundesweiten Durchschnitt.

Wirtschaftliche Indikatoren für 2025 im Vergleich zu Deutschland insgesamt Download: Grafik (JPG) herunterladen Grafik (EPS) herunterladen Tabelle (XLSX) herunterladen

Zudem wirkt sich der demografische Wandel auf das Arbeitskräfteangebot aus. So sank die Arbeitslosenquote von 2010 bis 2025 um rund 5 Prozentpunkte, zugleich war die Beschäftigungsdynamik in diesem Zeitraum gering. Viele Branchen – wie etwa der Gesundheitssektor – kämpfen mit einem Fachkräftemangel.

Die künftige Regierung muss Mecklenburg-Vorpommern wirtschaftlich nach vorn bringen. So lag das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner im Jahr 2025 fast ein Viertel unter dem bundesweiten Durchschnitt.

Diesen sieht die AfD zwar auch, setzt aber trotzdem im Falle einer Regierungsübernahme auf eine zuwanderungsfeindliche Politik. Wie diese isolationistische und arbeitsmarktpolitisch widersinnige Haltung mit dem Versprechen zusammengehen soll, Investoren anzuziehen und die Wirtschaft nach vorn zu bringen, lässt die Rechtsaußen-Partei offen. Die SPD betont in ihrem Wahlprogramm dagegen die Bedeutung einer offenen Gesellschaft und will an der Gewinnung auch internationaler Fachkräfte festhalten.

Kontinuität versprechen die Sozialdemokraten auch in der Energiepolitik. Sie wollen den Kurs in Richtung klimafreundliche Energiequellen fortführen – das Land ist hier bereits sehr „grün“:

Im Jahr 2023 stammten fast 88 Prozent des in Mecklenburg–Vorpommern erzeugten Stroms aus erneuerbaren Quellen, davon 69 Prozent aus Windenergie.

Die AfD fordert dagegen einen radikalen Kurswechsel – weg von der Windkraft hin zu russischem Gas und zurück zur Kernenergie.

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