Mecklenburg-Vorpommern 29.08.2016 Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Der Tourismus-Primus

Am 4. September wird in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag gewählt. Ökonomisch betrachtet hat sich das Bundesland in den vergangenen Jahren zwar gut entwickelt, liegt aber noch etwas unter dem ostdeutschen Durchschnitt. Dafür gibt es derzeit einige sehr gute Nachrichten aus dem Tourismus und dem Schiffsbau.

Kernaussagen in Kürze:
  • Mecklenburg-Vorpommern hat sich zwar in den vergangenen Jahren wirtschaftlich gut entwickelt, hat aber strukturelle Probleme.
  • Während die Tourismusbranche boomt, hinkt die Industrie noch hinterher.
  • Neuerdings gibt es jedoch gute Perspektiven für den Schiffsbau.
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Usedom, Rügen, Wismar, Stralsund oder die Mecklenburgische Seenplatte – Gründe, in Mecklenburg-Vorpommern Urlaub zu machen, gibt es mehr als genug. Kein Wunder also, dass das Land mit rund 29,5 Millionen Übernachtungen im Jahr 2015 einen neuen Besucherrekord erreichte.

Mit 18,4 Übernachtungen pro Einwohner lässt der Ostsee-Anrainer alle anderen Bundesländer weit hinter sich – schon das zweitplatzierte Schleswig-Holstein kommt nur auf rund die Hälfte. Auch bei der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer der Gäste liegt Mecklenburg-Vorpommern mit vier Tagen vor allen anderen Bundesländern.

Probleme mit der Industrie

Nicht ganz so rosig sieht es in der Industrie aus. Während bundesweit durchschnittlich fast 22 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in diesem Sektor arbeiten – die Spitzenreiter Baden-Württemberg und Bayern kommen sogar auf fast 30 beziehungsweise 26 Prozent –, sind es in Mecklenburg-Vorpommern gerade einmal 12 Prozent. Hier gibt es also noch Verbesserungsbedarf.

Nur 12 Prozent aller Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern arbeiten in der Industrie – im Bundesdurchschnitt sind es fast 22 Prozent.

Dieser Befund gilt nicht nur für den Industriesektor, sondern für die gesamte Wirtschaft (Grafik):

Pro Kopf gerechnet lag das Bruttoinlandsprodukt von Mecklenburg-Vorpommern 2015 rund ​6 Prozent unter dem Schnitt der ostdeutschen Flächenländer und sogar ein Drittel unter dem Bundesdurchschnitt.

Neue Perspektiven für den Schiffsbau

Trotz der strukturellen Schwäche im Verarbeitenden Gewerbe gibt es für Mecklenburg-Vorpommern eine besonders gute Nachricht aus dem Schiffsbau. Nachdem die Branche jahrelang von Abschwung und Ungewissheit geprägt war, gab der malaysische Genting-Konzern Anfang Juli bekannt, die Werften Wismar, Warnemünde und Stralsund zu einem Werftenverbund zusammenzuführen. Unter dem Namen „MV-Werften“ wird der Konzern künftig sämtliche Neubauten, darunter vor allem Kreuzfahrtschiffe, bauen lassen. Zudem wurden Investitionen von 100 Millionen Euro zwecks Modernisierung und Erhöhung der Effizienz sowie eine deutliche Erhöhung der Beschäftigtenzahl angekündigt – die Rede ist von bis zu 1.600 neuen Stellen, sodass der Verbund dann rund 3.000 Mitarbeiter hätte.

Und es kann sogar noch besser kommen. Nämlich dann, wenn jenes Phänomen eintritt, das Ökonomen den Multiplikatoreffekt nennen: Demnach löst das millionenschwere Engagement des Genting-Konzerns weitere Investitionen in der Zulieferindustrie aus – und fördert damit die gesamte wirtschaftliche Entwicklung. Dies würde den Industriestandort Mecklenburg-Vorpommern deutlich aufwerten.

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