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Magnet für ausländische Studenten

Immer mehr Studenten in Deutschland entscheiden sich für eine private Hochschule. Aus dem Ausland zieht es vor allem junge Europäer und Asiaten an deutsche Privathochschulen – die meisten schreiben sich in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ein.

Kernaussagen in Kürze:
  • Aus dem Ausland zieht es vor junge Europäer und Asiaten an deutsche Privathochschulen – die meisten schreiben sich in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ein.
  • Nahezu 60 Prozent aller ausländischen Studenten an deutschen Privathochschulen sind in einem europäischen Land aufgewachsen.
  • Von den deutschen Studenten geht jeder Dritte während seines Studiums mindestens einmal ins Ausland.
Zur detaillierten Fassung

Private Hochschulen in Deutschland haben in den vergangenen Jahren einen enormen Zulauf erlebt: Mittlerweile studieren dort 7 Prozent aller deutschen Studenten – also fast 166.000 –, vor zehn Jahren waren es erst 3 Prozent oder knapp 57.000 (vgl. iwd 4/2014). Und auch Studenten aus dem Ausland haben die privaten Hochschulen für sich entdeckt. Von den gut 280.000 jungen Menschen aus aller Welt, die im Wintersemester 2012/2013 an einer deutschen Hochschule eingeschrieben waren, entschieden sich ungefähr 10.000 für die private Variante.

Davon waren gut 6.000 Bildungsausländer – das sind nach Definition der amtlichen Statistik jene ausländischen Staatsangehörigen, die ihre Hochschulzugangsberechtigung im Ausland erworben haben – und knapp 4.000 Bildungsinländer, also Ausländer, die ihre Hochschulzugangsberechtigung in Deutschland erhalten haben.

Betrachtet man nur die Bildungsausländer, haben die staatlichen Hochschulen in Sachen Internationalisierung die Nase vorn – ihr Ausländeranteil beträgt gut 8 Prozent, bei den privaten sind es derzeit knapp 5 Prozent.

Wer als Bildungsausländer eine der privaten Hochschulen in Deutschland besucht, kommt meist aus Europa (Grafik):

Nahezu 60 Prozent aller ausländischen Studenten an deutschen Privathochschulen sind in einem europäischen Land aufgewachsen.

Eine weitere große Gruppe bilden die Asiaten, sie stehen mit einem Anteil von knapp 25 Prozent an zweiter Stelle.

Beim Vergleich mit den Zahlen für staatliche Hochschulen fällt auf, dass dort im Verhältnis weniger Europäer zu finden sind, sie aber immer noch die größte Gruppe ausländischer Studenten stellen.

Nicht verwunderlich ist, dass die mit Abstand meisten Ausländer an deutschen Privathochschulen aus dem Nachbarland Österreich kommen – fast ein Viertel. An den staatlichen Universitäten sind die Österreicher mit 8,5 Prozent die zweitgrößte Gruppe der europäischen Bildungsausländer. Die meisten Österreicher studieren hierzulande Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (35 Prozent), Sprach- und Kulturwissenschaften (21 Prozent) oder Ingenieurwissenschaften (15 Prozent). Weniger gefragt sind dagegen Fächer wie Veterinärmedizin oder Sport.

Beliebt sind die Privaten auch bei den Studenten aus Russland, die mit 8 Prozent die zweitgrößte Gruppe der Europäer stellen. An den staatlichen Hochschulen machen russische Studenten mit knapp 12 Prozent sogar die größte Gruppe der europäischen Bildungsausländer aus. Auffällig ist, dass sich besonders viele Frauen aus Russland für ein Studium in Deutschland entscheiden – knapp 80 Prozent der 10.500 russischen Studenten im Wintersemester 2012/2013 waren weiblich.

Die meisten asiatischen Studenten kommen aus China. An staatlichen Hochschulen beträgt ihr Anteil unter den Asiaten 35 Prozent, an privaten 25 Prozent. Sie studieren überwiegend Ingenieurwissenschaften. Beliebt sind aber auch die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie die Fächergruppe Mathematik/Naturwissenschaften mit jeweils 20 Prozent.

Vom amerikanischen Kontinent kommen vor allem US-Amerikaner für eine Zeit lang an eine private Hochschule in Deutschland (35 Prozent), an den staatlichen ist ihr Anteil deutlich geringer und liegt nur bei 25 Prozent. Gut 15 Prozent der Studenten aus Amerika sind Brasilianer, 12 Prozent Mexikaner.

Vergleicht man die Fächerauswahl der europäischen Studenten mit dem Spektrum der Deutschen, dann zeigt sich, dass Studenten aus dem Ausland häufiger Ingenieurwissenschaften studieren und seltener zum Studium der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften nach Deutschland kommen (Grafik).

Von den deutschen Studenten geht jeder Dritte während seines Studiums mindestens einmal ins Ausland. Die meisten zieht es dabei aber lediglich über die Landesgrenze nach Österreich. Wer als deutscher Student ins Ausland geht, ist meist in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften eingeschrieben, vergleichsweise selten dagegen in Mathematik und den Natur­wissenschaften.

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