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Männerspielzeug wurde billiger

Die Kaufkraft der Nettoverdienste ist in den zurückliegenden 20 Jahren zwar kaum gestiegen. Allerdings müssen sowohl die Damen für ihre Schuhe als auch die Männer für ihr Technik-Spielzeug heute weniger lange arbeiten als früher.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Kaufkraft der Nettoverdienste ist in den zurückliegenden 20 Jahren kaum gestiegen.
  • Lebensmittel haben sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten nur um knapp ein Drittel verteuert.
  • Artikel aus den Technikabteilungen der Kaufhäuser sind in den vergangenen 20 Jahren erheblich billiger geworden.
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Viele Bundesbürger nörgeln nicht zuletzt deshalb am Euro herum, weil angeblich zu D-Mark-Zeiten alles billiger war als heute. Auf den ersten Blick stimmt das, denn in Westdeutschland sind die Preise in den vergangenen 20 Jahren um 43 Prozent gestiegen. Gleichzeitig wuchsen aber auch die Nettoeinkommen – um 45 Prozent. Unterm Strich können sich die Deutschen heute also sogar etwas mehr leisten als 1991.

Anders gerechnet: Um den gleichen Warenkorb wie anno '91 zu erwerben, müssen die Bundesbürger heute im Schnitt nicht länger arbeiten als früher (Kasten).Weil aber die Kaufgewohnheiten von Mensch zu Mensch genauso unterschiedlich sind wie die Preisentwicklung für einzelne Güter (Grafik), gibt es auch Zeitgenossen, die für ihren individuellen Warenkorb heute länger oder kürzer arbeiten müssen als vor 20 Jahren. Einige Beispiele:

Nahrungsmittel. Lebensmittel haben sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten nur um knapp ein Drittel verteuert. Deshalb hat sich die Kaufkraft der Lohnminute bei den meisten Nahrungsmitteln positiv entwickelt. Ein Kotelett ist schon nach einer halben Stunde verdient, damals waren 36 Minuten nötig.

Bekleidung. Die Preise für Klamotten und Schuhe sind seit 1991 nur um 14 Prozent gestiegen. Damenpumps sind demzufolge heute 1 Stunde und 45 Minuten schneller erarbeitet als vor 20 Jahren.

Elektronik. Artikel aus den Technikabteilungen der Kaufhäuser sind in den vergangenen 20 Jahren erheblich billiger geworden. Der Arbeitszeiteinsatz für einen Fernseher ist von über 76 auf nur noch 30 Stunden gesunken – obwohl man für den selben Preis heute ein Flachbildgerät mit Full-HD-Auflösung bekommt.

Energie. Die Preise für Öl und Strom haben sich in den vergangenen 20 Jahren mehr als verdoppelt. Dementsprechend arbeitet man für eine Tankfüllung heute 5 Stunden – fast 2 Stunden länger als 1991.

Institut der deutschen Wirtschaft Köln (Hrsg.)Deutschland in Zahlen 2012Kostenpflichtiger Download unter: www.iwmedien.de/Bookshop

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