Internationaler Frauentag Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Männer mogeln sich durch

Allen Sonntagsreden zum Trotz: Noch immer übernehmen Männer deutlich weniger familiäre Verantwortung als ihre Partnerinnen. Doch egal, wie die Rollenverteilung zu Hause aussieht: Unternehmen haben viele Möglichkeiten, ihren Mitarbeitern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Noch immer übernehmen Männer deutlich weniger familiäre Verantwortung als ihre Partnerinnen.
  • Auch bei Paaren, bei denen die Frau beruflich stärker engagiert ist als ihr Partner, wenden Männer weniger Zeit für die Kinder- und Angehörigenbetreuung auf als ihre Frauen.
  • Runde die Hälfte der weiblichen Teilzeitbeschäftigten geht aufgrund familiärer Verpflichtungen einer reduzierten Tätigkeit nach.
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Was die meisten Frauen als unerquickliches Alltagsphänomen erleben, lässt sich nun auch mit Zahlen belegen: Männer halten sich bei der Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen ziemlich zurück. Im Durchschnitt übernehmen sie nicht einmal die Hälfte der damit verbundenen Arbeitslast (Grafik), so eine Auswertung von Daten aus 4.500 Haushalten durch das Münchner ifo-Institut.

Diese Rollenverteilung zieht sich durch alle Jobvarianten:

Auch bei Paaren, bei denen die Frau beruflich stärker engagiert ist als ihr Partner, wenden Männer weniger Zeit für die Kinder- und Angehörigenbetreuung auf als ihre Frauen.

Selbst in Beziehungen, in denen die Frau erwerbstätig ist und der Mann zu Hause bleibt, investieren Frauen wesentlich mehr Zeit in ihre Kinder und/oder pflegebedürftigen Angehörigen.

Mit dem Internationalen Frauentag, der sich am 8. März zum 101. Mal jährt, soll dafür geworben werden, den Frauen mehr Rechte zu verschaffen. Vieles davon ist gelungen: Schon lange haben Frauen das Wahlrecht, in Deutschland ist sogar eine Frau Kanzlerin. Doch dass Frauen gleichberechtigt sind, heißt eben noch lange nicht, dass auch die Verantwortung zwischen den Geschlechtern gleich verteilt ist, wie die Zeitbudget-Untersuchung zeigt.

Genau dieses Ungleichgewicht macht vielen Frauen in Deutschland zu schaffen. Die Doppel- und Dreifachbelastung durch Kinder, pflegebedürftige Angehörige und Beruf ist ein klassischer Karrierekiller. Noch immer sind Frauen viel eher als Männer bereit, Einkommenseinbußen, schlechtere Rentenperspektiven und mangelnde Aufstiegschancen wegen nötiger Kinder- oder Angehörigenbetreuung in Kauf zu nehmen, wie aktuelle Berechnungen des Statistischen Bundesamts zeigen:

Rund die Hälfte der weiblichen Teilzeitbeschäftigten geht aufgrund familiärer Verpflichtungen einer reduzierten Tätigkeit nach, bei den männlichen Teilzeitlern sind es nur 8 Prozent.

Am mangelnden Angebot jedenfalls kann es nicht liegen. Laut Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) stellten 2009 knapp 80 Prozent aller hiesigen Unternehmen Teilzeitangebote bereit. Individuell vereinbarte Arbeitszeiten boten demnach annähernd 73 Prozent der Firmen an, 70 Prozent praktizierten flexible Tages- und Wochenarbeitszeiten.

Schon seit über zehn Jahren beispielsweise ermuntert die Daimler AG ihre Belegschaft mittels freiwilliger Betriebsvereinbarungen zur Familienzeit und Teilzeit, weniger zu arbeiten – und zwar sowohl Frauen als auch Männer. Dabei verfolgt der Konzern dasselbe Ziel wie die meis-ten anderen Unternehmen, die es ihren Beschäftigten ermöglichen, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren: Einerseits sollen die Mitarbeiter an den Betrieb gebunden werden, andererseits sollen flexible Arbeitszeitmodelle helfen, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein.

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