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M+E-Industrie: Effizienter und klimafreundlicher

Klimawandel, wachsende Weltbevölkerung und Umweltverschmutzung belasten zunehmend die Ökosysteme. Nachhaltiges Wirtschaften wird daher immer wichtiger. Noch mehr Anstrengungen im Umweltschutz haben sich auch die M+E-Betriebe auf die Fahne geschrieben. Vor allem investieren sie kräftig in den Klimaschutz.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Betriebe der Metall- und Elektro-Industrie haben ihr Engagement für den Umweltschutz intensiviert und im Jahr 2014 rund 823 Millionen Euro in entsprechende Maßnahmen investiert.
  • Klimaschutzmaßnahmen – dazu gehören die Nutzung erneuerbarer Energien, das Vermeiden von Treibhausgasen sowie ein sparsamer und effizienter Umgang mit Energie - machen den größten Teil der Investitionen aus.
  • Besonders im Fokus steht für die M+E-Unternehmen der Bereich Energieeffizienz und Energiesparen.
Zur detaillierten Fassung

Unternehmen setzen aus unterschiedlichen Gründen auf umweltschonende Technik. Zum einen müssen sie sich an gesetzliche Vorgaben halten – in Deutschland gibt es zahlreiche Grenzwerte und Richtlinien für Emissionen, Lärm oder zum Gewässerschutz, die mithilfe der entsprechenden Technik eingehalten werden können. Zum anderen investieren die Betriebe aus eigenem wirtschaftlichen Interesse in ressourcenschonende Technologien. Indem sie effizienter und günstiger produzieren, können sie sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz verschaffen.

Entwicklung vorantreiben. Die Betriebe der Metall- und Elektro-Industrie bilden dabei keine Ausnahme. Sie nutzen ebenfalls Umwelttechnologien für ihre Produktionsprozesse. Die Investitionen in umweltschonende und ressourceneffiziente Technologien verbessern nicht nur die Situation der M+E-­Betriebe, sondern tragen auch dazu bei, weitere Entwicklungen anzustoßen. Dabei gibt es in der Regel drei Ziele:

Die neuen Technologien sollen Umweltschäden vermeiden, fossile Ressourcen schonen und zum Wirtschaftswachstum beitragen.

Um dies zu erreichen, hat die M+E-Industrie ihr Engagement intensiviert (Grafik):

Im Jahr 2014 haben die M+E-Unternehmen ab 20 Beschäftigten 823 Millionen Euro in Umweltschutzmaßnahmen investiert.

Sechs Jahre zuvor gaben die Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie insgesamt nur 709 Millionen Euro für die Umwelt aus.

Neben dem Einsatz von Anlagen, die Emissionen vermindern, beseitigen oder vermeiden, setzt die Branche auch auf einen schonenderen Umgang mit Ressourcen. Zusammengerechnet steckte die M+E-­Industrie 2014 etwa 2,5 Prozent ihrer Gesamtinvestitionen in den Umweltschutz – im Jahr 2008 betrug dieser Anteil nur 2 Prozent.

Die Unternehmen der M+E-Industrie haben 2014 deutlich mehr in Klimaschutzmaßnahmen investiert als in früheren Jahren.

Im gesamten Verarbeitenden Gewerbe wurden zwar fast 4 Prozent in umweltschonende Maßnahmen investiert. Doch diese Diskrepanz lässt sich recht einfach erklären: Vor allem energieintensive Branchen wie die Papier- und Chemieindustrie, aber auch die mineralverarbeitende Industrie verwenden deutlich mehr ihrer Investitionen – im Schnitt etwa 7 Prozent – für den Umweltschutz. Zu diesen energieintensiven Branchen gehört auch die Metallerzeugung und -bearbeitung. Die Branche investierte im Jahr 2014 mit 175 Millionen Euro 6,5 Prozent ihrer Investitionen in Umweltschutzmaßnahmen. Energieeffizient zu arbeiten, ist für die Betriebe von ausschlaggebender Bedeutung, deshalb haben sie ein großes Interesse daran, sparsame Maschinen und Produktionsprozesse einzuführen.

Umgang mit Energie im Fokus

Fokus auf Klimaschutzmaßnahmen. Der Trend geht momentan weg von der reinen Verminderung oder Beseitigung von Emissionen. Zwar sind sogenannte additive Technologien, die Verschmutzungen im Produktionsprozess vor- oder nachgeschaltet beseitigen, noch bedeutsam, aber es kommen mehr und mehr effizientere Produktionsverfahren zum Tragen.

Im Jahr 2008 machten additive Technologien in der M+E-Industrie noch knapp die Hälfte der Umweltschutzinvestitionen aus, mittlerweile liegt der Anteil nur noch bei einem Drittel.

Etwa ein Viertel der M+E-Umweltinvestitionen floss 2014 in energie- und rohstoffeffiziente Technologien oder in integrierte Technologien, die Emissionen im Produktionsprozess reduzieren. Insgesamt haben die Betriebe ihre Anstrengungen beim Umweltschutz verlagert: Klimaschutzmaßnahmen – dazu gehören die Nutzung erneuerbarer Energien, das Vermeiden von Treibhausgasen sowie ein sparsamer und effizienter Umgang mit Energie – stehen stärker im Fokus:

Die M+E-Unternehmen investierten 2014 insgesamt 373 Millionen Euro in den Klimaschutz – gut 77 Prozent mehr als im Jahr 2008.

Die Betriebe der Elektroindustrie nutzten sogar drei Viertel ihrer Umweltschutzinvestitionen für den Klimaschutz, bei den Herstellern von Metallerzeugnissen waren es gut drei Fünftel und im Maschinenbau immerhin noch mehr als die Hälfte.

Energieeffizienz immer wichtiger. Der Schwerpunkt lag dabei auf dem Bereich Energieeffizienz und Energiesparen, in den rund ein Drittel der Umweltschutzinvestitionen ging. Einige Branchen stechen hervor (Grafik):

Die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen konzentrieren sich besonders stark auf eine Verbesserung der Energiebilanz. Mehr als die Hälfte ihrer gesamten Umweltinvestitionen wendeten sie dafür auf.

Auch in den Sektoren Metallerzeugnisse und elektrische Ausrüstungen werden für den Bereich Energieeinsparung und -effizienz gut zwei Fünftel der Umweltschutzinvestitionen verwendet. Für die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen spielen zudem die Ausgaben für erneuerbare Energien eine wichtige Rolle.

Neben dem Klimaschutz sind den Metall- und Elektro-Unternehmen aber auch andere Umweltschutzinvestitionen wichtig: 23 Prozent der 823 Millionen Euro im Jahr 2014 flossen in die Luftreinhaltung, 15 Prozent in den Gewässerschutz,
7 Prozent in die Abfallwirtschaft und ebenfalls 7 Prozent in die Lärmbekämpfung.

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