IW-Verbandsumfrage 2017 18.01.2017 Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Leichte Verunsicherung in der Metall- und Elektro-Industrie

Die Metall- und Elektro-Industrie in Deutschland blickt vorsichtig optimistisch auf das neue Jahr: Sechs von neun Branchenverbänden der M+E-Industrie, die das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) befragt hat, rechnen mit einem leichten Produktionszuwachs. Doch der drohende Brexit und der Regierungswechsel in den USA sorgen für Unsicherheit.

Kernaussagen in Kürze:
  • Nach einem Jahr mit moderatem Wachstum ist die Stimmung in der Metall- und Elektro-Industrie verhalten. Das geht aus der IW-Verbandsumfrage 2017 hervor.
  • Zwar rechnen zwei Drittel der M+E-Branchenverbände mit einer höheren Produktion. Allerdings glaubt kein einziger Verband, dass das Plus deutlich ausfällt.
  • Die verhaltenen Aussichten hängen auch mit der politischen Unsicherheit zusammen: Angesichts des zunehmenden Protektionismus steht die stark exportorientierte M+E-Industrie vor schwierigen Zeiten.
Zur detaillierten Fassung

Nach einem Jahr mit moderatem Wachstum ist die Stimmung in der Metall- und Elektro-Industrie verhalten. Das geht aus der IW-Verbandsumfrage hervor. Darin geben vier von neun befragten M+E-Verbänden an, dass sie ihre Unternehmen im Vergleich zum vorherigen Jahreswechsel in einer besseren Situation sehen. Genauso viele empfinden die Stimmung als unverändert, nur bei den Gießereien hat sie sich eher verschlechtert.

Dieses Stimmungsbild spiegelt die gedämpften Wachstumserwartungen für 2017 wider:

Zwar rechnen zwei Drittel der M+E-Verbände mit einer höheren Produktion – darunter die Stahl- und Metallverarbeitung, der Maschinenbau und die Elektroindustrie. Allerdings glaubt kein einziger Verband, dass das Plus deutlich ausfällt.

Die Gießereien und der Luft- und Raumfahrzeugbau erwarten kaum Veränderungen, die Automobilindustrie befürchtet sogar einen leichten Produktionsrückgang.

Die exportorientierte M+E-Industrie blickt aufgrund des zunehmenden Protektionismus nur verhalten optimistisch auf das Jahr 2017.

Die verhaltenen Aussichten hängen auch mit der politischen Unsicherheit zusammen: Die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten und der Brexit stehen für einen erneuten Hang zum Protektionismus. Da auch einige Schwellenländer den freien Handel infrage stellen, steht die stark exportorientierte M+E-­Industrie vor schwierigen Zeiten. Vor allem die Automobilindustrie sieht im Brexit und den Regierungswechseln in den USA und Italien Risiken für die Konjunktur.

Folglich sind viele M+E-Unternehmen auch mit ihren Investitionen eher vorsichtig. Nur in drei Branchen – Stahl- und Metallverarbeitung, Maschinen- und Anlagenbau sowie Schiffbau und Meerestechnik – werden die Unternehmen wohl mehr Geld in die Hand nehmen als im Vorjahr. Aufgestockt werden die Budgets vor allem für die Digitalisierung, die eine immer wichtigere Rolle spielt. Die meisten Verbände der Metall- und Elektro-Industrie kalkulieren jedoch mit stabilen Investitionen. Dagegen werden die Firmen des Luft- und Raumfahrzeugbaus, die 2016 relativ viel investiert haben, wohl Ausgaben kürzen.

Alle Ergebnisse der IW-Verbandsumfrage 2017 haben wir für Sie in einer interaktiven Grafik zusammengefasst.

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