Fachkräfteengpässe Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Leere auf dem Land

Viele Unternehmen suchen händeringend nach Fachkräften. Dies stellt besonders ländliche Gebiete vor große Herausforderungen, denn sie sind als Wohnort nicht so attraktiv wie die Städte.

Kernaussagen in Kürze:
  • Viele Unternehmen suchen händeringend nach Fachkräften - dies stellt besonders ländliche Gebiete vor große Herausforderungen.
  • Knapp zwei Drittel aller Industriebeschäftigten arbeiten abseits der Städte.
  • Die Städte und Gemeinden im ländlichen Raum können durch bürgerschaftliches Engagement, eine ausgeprägte regionale Identität und eine Willkommenskultur ihre Attraktivität für Fachkräfte steigern.
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Der Großteil des Wohlstands in Deutschland wird auf dem Land erwirtschaftet. Knapp zwei Drittel aller Industriebeschäftigten arbeiten abseits der Städte. Doch die Unternehmen vor Ort sehen sich mit zwei großen Problemen konfrontiert:

Zum einen müssen sie Prognosen zufolge mit einer Fachkräftelücke von mindestens zwei Millionen Personen im Jahr 2020 rechnen.

Zum anderen zieht es immer mehr Menschen in die Städte, die oft eine bessere Infrastruktur bieten.

Eine Befragung von 600 Unternehmen durch die IW Consult zeigt: Rund die Hälfte jener Betriebe im ländlichen Raum, die Mitarbeiter suchen, hat große Schwierigkeiten, Fachkräfte oder Auszubildende zu finden (Grafik). In den städtischen Regionen betrifft dies nur gut ein Drittel der Firmen, die Fachkräfte suchen, und ein Viertel der Unternehmen, die freie Ausbildungsplätze haben.

Um die ländlichen Gebiete attraktiver zu machen, muss die Politik die Rahmenbedingungen verbessern – das heißt beispielsweise die Verwaltungen wirtschaftsfreundlich gestalten, für ein leistungsfähiges Breitbandnetz sorgen sowie gute und flexible Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und Pflegebedürftige schaffen. Und diese Angebote sollten dann auch beworben werden.

Die Städte und Gemeinden im ländlichen Raum können durch bürgerschaftliches Engagement, eine ausgeprägte regionale Identität und eine Willkommenskultur ihre Attraktivität für Fachkräfte steigern.

Aber auch die Unternehmen können ihren Teil beitragen: mit Angeboten, die sie für Fachkräfte interessanter machen. Gerade die „Generation Y“, also junge Leute, möchte heutzutage mehr als das reine Gehalt, zum Beispiel Sabbatjahre, flexible Arbeitszeiten oder zusätzliche Vergütungen in Form von Jobticket, Sprach- und Fitnesskursen oder Zuschüssen zur Kinderbetreuung.

Weitere Informationen und die Studie "Zukunft des ländlischen Raums" zum Download gibt es unter: iwconsult.de/regional

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