Fachkräfteengpass Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Lange Mangelliste

In der Bundesrepublik gibt es nicht nur zu wenige Ärzte und Ingenieure – die deutschen Unternehmen suchen auch händeringend beruflich Qualifizierte. Besonders groß ist der Mangel in den gewerblich-technischen Berufen.

Kernaussagen in Kürze:
  • In der Bundesrepublik gibt es nicht nur zu wenige Ärzte und Ingenieure – die deutschen Unternehmen suchen auch händeringend beruflich Qualifizierte.
  • Bei den Elektroinstallateuren und den Elektromonteuren kamen im Mai 2012 auf 100 gemeldete Stellen lediglich 45 Arbeitslose.
  • Zudem ist der Engpass an Absolventen mit abgeschlossener Berufsausbildung auch breiter gestreut als der Mangel an Akademikern.
Zur detaillierten Fassung

In Berufen wie Dreher, Schweißer oder Rohrnetzbauer herrscht momentan Land unter: Es gibt zu wenige Bewerber. Die übliche Mangeldefinition von einer offenen Stelle und maximal drei registrierten Arbeitslosen wird in diesen Jobs derzeit nämlich noch weit unterschritten. Zwar lässt die 1:3-Relation nicht immer sofort auf einen Engpass schließen – der aber liegt sehr wohl vor, denn tatsächlich wird der Bundesagentur für Arbeit nur etwa jede dritte offene Stelle auch gemeldet.

Besonders gravierend ist der Fachkräfteengpass momentan in diesen Berufen (Grafik):

Bei den Elektroinstallateuren und den Elektromonteuren kamen im Mai 2012 auf 100 gemeldete Stellen lediglich 45 Arbeitslose.

Zehn Berufe mit den größten Fachkräfteengpass

Damit sind Elektroinstallateure knapper als die Maschinen- und Fahrzeugingenieure, bei denen zum selben Zeitpunkt auf 100 bundesweit gemeldete Stellen immerhin noch 62 Arbeitslose kamen.

Zudem ist der Engpass an Absolventen mit abgeschlossener Berufsausbildung auch breiter gestreut als der Mangel an Akademikern:

  1. Während es zurzeit zehn akademische Engpassberufe gibt, kommen die beruflich Qualifizierten auf 57 Berufsbilder mit mehr offenen Stellen als Jobkandidaten.
  1. In den Engpassberufen für beruflich Qualifizierte waren im Mai 2012 insgesamt 225.000 Stellen ausgeschrieben, in den Engpassberufen für Akademiker waren es gerade einmal 52.000.

Gleichwohl haben diese Bereiche eines gemeinsam: In beiden gefragten Absolventengruppen sind die MINT- bzw. MINT-affinen Berufe in der Mehrheit, also Jobs für Mathematiker, Informatiker, Naturwissenschaftler und Techniker. Von den zehn größten Engpassberufen für beruflich Qualifizierte stammen aktuell neun aus dem MINT-Sektor, lediglich die Gruppe der Krankenschwestern, -pfleger sowie Hebammen bildet eine Ausnahme.

Ein Blick zurück zeigt, dass viele Berufe schon seit Jahren Nachwuchs­probleme haben. Bereits im Jahr 2001 gab es in Deutschland 17 Jobs, in denen beruflich Qualifizierte fehlten – bei 14 von ihnen hat sich daran bis heute nichts geändert. Stark gestiegen ist auch die Zahl der gewerblich-technischen Berufe, in denen Betriebe kaum noch Mitarbeiter mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung finden. So werden heute Rohrinstallateure, Kunststoffverarbeiter und Betriebsschlosser für Stellen gesucht, die vor zehn Jahren noch leicht zu besetzen gewesen wären.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene

Mehr auf iwkoeln.de