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Landtagswahl: Kiel setzt auf Kooperationen

Am 7. Mai wird in Schleswig-Holstein ein neuer Landtag gewählt. Das zweitkleinste deutsche Flächenland ist wirtschaftlich nicht unbedingt führend, doch Kooperationen mit anderen Bundesländern sollen Kiel zukunftsfit machen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Schleswig-Holsteins wirtschaftliche Bilanz vor der Landtagswahl am 7. Mai ist durchwachsen.
  • Die Wirtschaftsleistung je Einwohner und die Entwicklung der Industrie hinken dem Bundesdurchschnitt deutlich hinterher, die Arbeitslosigkeit ist trotzdem kaum höher.
  • Für die Zukunft setzt Schleswig-Holstein auf digitale Vernetzung mit Hamburg und das „Maritime Cluster Norddeutschland“.
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Schleswig-Holstein, das sind Sylt (Tourismus), Kiel (Landeshauptstadt und Segelsport), Lübeck (Marzipan und Thomas Mann) und sehr viel Wind. Industrie? Eher Fehlanzeige. Im nördlichsten Bundesland trägt das Verarbeitende Gewerbe gerade mal 14 Prozent zur Wirtschaftsleistung bei (Grafik).

Zudem hat sich der industrielle Sektor in der laufenden Legislaturperiode unter der amtierenden rot-grün-dänischen Koalition nur unterdurchschnittlich entwickelt. Entsprechend mager fällt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) aus:

Das BIP pro Kopf betrug in Schleswig-Holstein zuletzt gut 30.000 Euro, im Bundesländerranking reichte das gerade mal für Platz elf.

Immerhin ist die Arbeitslosenquote mit 6,3 Prozent nur wenig höher als im Bundesdurchschnitt.

Schleswig-Holstein ist bundesweite Spitze im Ausbau der Windkraft.

Um die Wirtschaft stärker auf Erfolgskurs zu trimmen, hat Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) Ende vergangenen Jahres den Entwurf zu einer „Landesentwicklungsstrategie Schleswig-Holstein 2030“ präsentiert. Die elf aufgeführten strategischen Leitlinien zielen vor allem auf die Stärkung der Rahmenbedingungen ab – insbesondere auf zwei Feldern:

  1. Beim Thema Schutz und Nutzung natürlicher Ressourcen ist man bereits recht erfolgreich. Mit 6.449 Megawatt wies Schleswig-Holstein 2016 die zweitstärkste Windkraftanlagenleistung Deutschlands auf; auch hinsichtlich des Ausbaus ist Kiel mit 212 neu installierten Windkraftanlagen im Jahr 2016 spitze.
  1. Der Ausbau der Digitalisierung kann sich ebenfalls sehen lassen. Bei der Breitbandversorgung mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde lag Schleswig-Holstein Mitte 2016 bundesweit auf Rang fünf. Ein digitales Netzwerk, in dem vier ortsansässige Hochschulen und zwei Institute den schleswig-holsteinischen Mittelstand auf dem Weg in die Industrie 4.0 unterstützen sollen, wird aber erst im Herbst seine Arbeit aufnehmen.

Digitale und maritime Kooperationen sollen das Küstenland zum Erfolg führen

Als äußerst nützlich dürfte sich in puncto Digitalisierung die Nähe zur Metropolregion Hamburg erweisen. Die Hansestadt, in die rund 18 Prozent der berufstätigen Schleswig-Holsteiner zur Arbeit pendeln, ist Teil der „Digital Hub Initiative“ des Bundeswirtschaftsministeriums, das die bundesweite Vernetzung digitaler Knotenpunkte sowie deren Ausbau und Vermarktung forciert.

Auch in anderen Zukunftsbranchen setzt Schleswig-Holstein auf Kooperationen. Zusammen mit Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Niedersachsen wurde beispielsweise das „Maritime Cluster Norddeutschland“ aus der Taufe gehoben, das die Zusammenarbeit in der Schifffahrt, der Meerestechnik, der Offshore-Branche sowie in den dazugehörenden wissenschaftlichen Institutionen fördert.

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