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Lästige Pflicht

Nur jeder achte Arbeitnehmer hat keine Probleme mit seiner Steuererklärung – für jeden dritten ist der bürokratische Aufwand in den letzten Jahren dagegen sogar gestiegen. Dies sind Ergebnisse einer Befragung von 1.000 Arbeitnehmern durch die Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult im Auftrag der Ini­tiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

Kernaussagen in Kürze:
  • Nur jeder achte Arbeitnehmer hat keine Probleme mit seiner Steuererklärung – für jeden dritten ist der bürokratische Aufwand in den letzten Jahren dagegen sogar gestiegen.
  • Nur knapp 87 Prozent der Arbeitnehmer geben 2012 überhaupt eine Steuererklärung ab.
  • Lediglich knapp 13 Prozent sehen es als einfach an, ihre Steuererklärung zu erstellen.
Zur detaillierten Fassung

Viele Arbeitnehmer haben kürz­lich ihre Steuererklärung erstellt, denn wie jedes Jahr sollte sie im Normalfall bis zum 31. Mai abgegeben werden. Die meisten Bundesbürger empfinden es aber als Last, jedes Jahr die komplizierten Bögen ausfüllen zu müssen. Zwar diskutiert die Politik schon seit Jahrzehnten immer wieder über Vereinfachungen – bis hin zur berühmten Steuererklärung, die angeblich auf einen Bierdeckel passt. Passiert ist aber fast nichts.

Welchen Aufwand die Arbeitnehmer treiben müssen, um ihre Steuererklärung zu erstellen, hat die Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult GmbH in einer Online-Umfrage unter 1.000 Arbeitnehmern ermittelt (Grafik):

Nur knapp 87 Prozent der Arbeitnehmer geben 2012 überhaupt eine Steuererklärung ab.

Den übrigen 13 Prozent bleibt das Procedere erspart. Vielen von ihnen deshalb, weil sie ein so geringes Einkommen hatten, dass sie gar keine Steuern gezahlt haben – das sagen rund vier von zehn derjenigen, die auf eine Steuererklärung verzichten. Gut 28 Prozent füllen die Bögen nicht aus, weil sich der Aufwand nicht lohnt oder es zu kompliziert ist.

Wer sich das Ganze nicht ersparen will oder kann, investiert fast einen ganzen Arbeitstag in die Steuererklärung, im Schnitt sind es 6,3 Stunden. Dabei gilt: Je höher der Bildungsabschluss, desto länger brauchen die Arbeitnehmer, und Frauen nehmen sich mehr Zeit als Männer.

Ob der Zeitaufwand als hoch oder gering angesehen wird, ist letztlich eine Frage der subjektiven Einschätzung. Jeder zweite Arbeitnehmer findet es jedenfalls aufwendig, die Steuererklärung zu machen.

Lediglich knapp 13 Prozent sehen es als einfach an, ihre Steuererklärung zu erstellen.

Gut 36 Prozent sagen, der Aufwand sei in den vergangenen fünf Jahren gestiegen. Für etwa die Hälfte hat sich nichts verändert. Liegt die Erklärung beim Finanzamt, beginnt für viele Arbeitnehmer das Rätselraten: Immerhin 57 Prozent glauben, ihre Steuererklärung „überwiegend“ richtig gemacht zu haben, ein Viertel ist sich der Sache nicht sicher.

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