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Länger statt höher

Die Forderungen der Gewerkschaften sind in diesem Jahr recht ambitioniert. Die bisherigen Abschlüsse zeigen aber, dass über den Hebel der Laufzeiten eine Einigung zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften erleichtert wird.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Forderungen der Gewerkschaften sind in diesem Jahr recht ambitioniert: Über den Hebel der Laufzeiten wird eine Einigung zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften erleichtert.
  • Grundsätzlich sollten Löhne und Produktivität im selben Umfang steigen – so bleiben die Lohnstückkosten unverändert und so auch die Wettbewerbsfähigkeit.
  • Müssen die Firmen einen Teuerungsausgleich zahlen und haben sie selbst keinen entsprechenden Preisüberwälzungsspielraum, schlägt sich das negativ auf ihre Ertragslage durch.
Zur detaillierten Fassung

Die ersten Abschlüsse in der Tarifrunde 2013 sind deutlich hinter den Forderungen zurückgeblieben:

In der Eisen- und Stahlindustrie wurde ein Lohnplus von 3 Prozent für eine Laufzeit von 15 Monaten vereinbart (Tableau). Auf ein Jahr gerechnet, liegt die Belastung der Unternehmen damit bei 2,4 Prozent.

Im öffentlichen Dienst wurden zwei Anpassungsschritte bei einer Laufzeit von zwei Jahren vereinbart.

Solche Stufenanpassungen bei langer Laufzeit bieten den Tarifparteien gute Möglichkeiten, einen Kompromiss zu finden. Ein bisschen mehr Lohn kostet auf der anderen Seite eine längere Laufzeit.

Grundsätzlich sollten Löhne und Produktivität im selben Umfang steigen – so bleiben die Lohnstückkosten unverändert. Unternehmen müssen dann nicht die Preise erhöhen, die Wettbewerbsfähigkeit bleibt unberührt. Geht man nach den Prognosen der Konjunkturforscher, ist der Spielraum für Lohnerhöhungen in diesem Jahr sehr begrenzt – die Produktivität wird 2013 vermutlich um 0,5 bis 1 Prozent wachsen.

Ein Lohnplus in dieser Höhe würde indes nicht ausreichen, die Teuerung aufzufangen. Deshalb wollen die Gewerkschaften auch einen Ausgleich für die gestiegenen Preise.

Dieser Teil der Lohnforderung ist strittig. Denn der Anstieg der Verbraucherpreise kommt vor allem durch höhere Energiepreise zustande, mit denen auch viele Unternehmen zu kämpfen haben. Müssen die Firmen einen Teuerungsausgleich zahlen und haben sie selbst keinen entsprechenden Preisüberwälzungsspielraum, schlägt das negativ auf ihre Ertragslage durch – und letztlich auch auf die Investitionen und die Beschäftigung.

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