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Kunst statt Konto

Aktien? Zu unsicher. Sparbuch? Zu wenig Rendite. Auf ihrer Suche nach attraktiven Geldanlagen landen Anleger immer öfter bei exotischen Alternativen wie Kunst und Oldtimern.

Kernaussagen in Kürze:
  • Aktien? Zu unsicher. Sparbuch? Zu wenig Rendite. Auf ihrer Suche nach attraktiven Geldanlagen landen Anleger immer öfter bei exotischen Alternativen wie Kunst und Oldtimern.
  • Gut 41 Prozent aller weltweiten Umsätze auf Kunstauktionen entfielen im Jahr 2011 auf China.
  • 2011 wurden im Reich der Mitte 774 Objekte für mehr als 1 Million Dollar versteigert, in den USA waren es 426, in Großbritannien 377.
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Es ist diese Mischung aus Exotik und vermeintlich sicherem Hafen: Alte Weine, Edelmetalle, klassische und moderne Kunst, Oldtimer, aber auch Wald und Ackerland werden als Anlageobjekte immer beliebter.

So meldet der Kunstmarkt in diesem Jahr schon mehrere rekordverdächtige Zahlen. Das Auktionshaus Christie’s hat eigenen Angaben zufolge im ersten Halbjahr Kunst im Wert von 3,5 Milliarden Dollar versteigert. Das ist ein Plus von 11 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum. Besonders die Asiaten sind interessiert (Grafik):

Gut 41 Prozent aller weltweiten Umsätze auf Kunstauktionen entfielen im Jahr 2011 auf China.

Damit sind die chinesischen Umsätze aus Kunstauktionen binnen eines Jahres um fast die Hälfte gestiegen. Auch in anderen asiatischen Staaten erfreut sich Kunst großer Beliebtheit: In Indonesien stiegen die Kunstauktions-Umsätze um 39 Prozent, in Singapur um 22 Prozent.

Zudem ist der Anteil jener Kunstwerke, die für Beträge zwischen 100.000 und 1 Million Dollar versteigert werden, in Asien mit 12 Prozent besonders hoch. Im Rest der Welt macht er gerade einmal 2 Prozent aus. In diesem Ranking sticht China erneut hervor:

2011 wurden im Reich der Mitte 774 Objekte für mehr als 1 Million Dollar versteigert, in den USA waren es 426, in Großbritannien 377.

Und das teuerste versteigerte Gemälde des Jahrs 2011 stammt ebenfalls von einem chinesischen Künstler: Qi Baishi Werk „Adler auf einer Kiefer“ von 1946 wechselte für 65,5 Millionen Dollar den Besitzer.

Auch andere alternative Anlagen verzeichnen Rekorde, beispielsweise Oldtimer. Der Verband der Automobilindustrie fasst die Stimmung auf dem Oldtimermarkt in einem eigens entwickelten Deutschen Oldtimer Index (DOX) zusammen. Dieser ist seit den Anfängen der Finanzkrise 2007 um gut 28 Prozent gestiegen.

Im kalifornischen Pebble Beach, wo alljährlich ein renommiertes Oldtimertreffen stattfindet, wurden 2011 bei Versteigerungen 260 Millionen Dollar umgesetzt, gegenüber 2010 ein Plus von mehr als 30 Prozent. Das teuerste Auto – ein Mercedes Benz 540 K Special Roadster – war seinem neuen Besitzer 11,7 Millionen Dollar wert. Viel mehr auf den Tisch gelegt hat allerdings ein Ferrari-Liebhaber im Frühling dieses Jahres: Der Hammer für den 1962er Ferrari 250 GTO fiel erst bei 35 Millionen Dollar.

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