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Kritische Blicke auf Brüssel

Die Europäer haben derzeit kein allzu positives Bild von der Europäischen Union – auch wenn sie die Vorzüge der Staatengemeinschaft nach wie vor auch durchaus zu schätzen wissen. Doch das Image der EU ist angeschlagen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Mehr als jeder zweite Rumäne, Pole und Ire hatte im Herbst 2015 ein positives Bild von der EU, aber nur gut jeder fünfte Grieche und Zyprer.
  • Für 58 Prozent der Befragten zählte im Herbst 2015 die Einwanderung zu den wichtigsten Problemen in der EU – weit vor dem Terrorismus (25 Prozent) und der wirtschaftlichen Lage (21 Prozent).
  • Gut zwei Drittel der EU-Bürger sprechen sich für eine gemeinsame europäische Einwanderungspolitik aus.
Zur detaillierten Fassung

Griechenland-Krise, Zuwanderungs-Debatte, Brexit-Gefahr – die Zeiten für die Europäische Union bleiben schwierig. Darunter leidet offenbar auch das Image: Im jüngsten Eurobarometer, für das im November 2015 fast 28.000 EU-Bürger interviewt wurden, gaben nur noch 37 Prozent der Befragten an, sie hätten ein sehr oder ziemlich positives Bild von der EU – 4 Prozentpunkte weniger als im Frühjahr 2015.

Rumänen sind EU-Fans, Zyprer eher nicht

Je nach Nationalität fällt das Urteil allerdings sehr unterschiedlich aus:

Mehr als jeder zweite Rumäne, Pole und Ire hatte im Herbst 2015 ein positives Bild von der EU, aber nur gut jeder fünfte Grieche und Zyprer.

Die Bundesbürger waren von der EU zuletzt ebenfalls nicht gerade begeistert – nur 34 Prozent hatten eine positive Meinung von ihr, gegenüber 45 Prozent im Frühjahr 2015.

Dem Eurobarometer zufolge sieht auch die Zukunft der EU nicht allzu rosig aus. Im Herbst 2015 waren diesbezüglich nur 53 Prozent aller Befragten sehr oder ziemlich optimistisch – im Frühjahr 2015 hatten sich noch 58 Prozent zuversichtlich geäußert.

Das Meinungsspektrum zwischen den einzelnen Ländern ist ähnlich wie bei der Imagefrage – Iren, Rumänen und Polen sehen die Zukunft der EU besonders optimistisch, Griechen, Zyprer und Österreicher dagegen sind äußerst skeptisch.

Bürger wollen europäische Lösung in der Einwanderungspolitik

All diese Einschätzungen dürften vor allem von den politischen Debatten rund um die Flüchtlingsthematik beeinflusst sein – ein Indiz:

Für 58 Prozent der Befragten zählte im Herbst 2015 die Einwanderung zu den wichtigsten Problemen in der EU – weit vor dem Terrorismus (25 Prozent) und der wirtschaftlichen Lage (21 Prozent).

Die EU-Bürger wollen das Thema Migration aber nicht den Politikern ihres jeweiligen Heimatlands überlassen – gut zwei Drittel sprechen sich für eine gemeinsame europäische Einwanderungspolitik aus.

Auch bei anderen Themen sehen die Befragten die Vorzüge der EU – mehr als die Hälfte nennt den Frieden zwischen den Mitgliedsstaaten sowie den freien Personen- und Güterverkehr als positivste Errungenschaften. Und der Gemeinschaftsgeist lebt ebenso – immerhin 64 Prozent der Befragten fühlen sich als Bürger der EU.

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